Dinslaken: Köse dreht Wansing-Wahlspot
VON LENA STEEG - zuletzt aktualisiert: 24.11.2008Dinslaken (RPO). Reportage am Montag „Wansing on Ice“ hieß es am Sonntagmittag in der Dinslakener Eishalle. Dort drehte CDU-Bürgermeisterkandidat Heinz Wansing gemeinsam mit Regisseur Adnan Köse seinen Wahlwerbespot.
Der Puck schnellt über das glänzende Eis, der Torwart hat keine Chance, wirft sich zwar zu Boden, doch die Niederlage ist unvermeidbar. Heinz Wansing reißt die Arme in die Luft, ballt die Faust, klatscht mit dem erfolgreichen Spieler ab. Die beiden stehen an der Bande und geben sich die Hand. Und geben sich die Hand. Und geben sich die Hand. Lächeln dabei. Etwa drei Minuten lang. Die Kamera zoomt näher, Adnan Köse schüttelt mit dem Kopf, gibt eine weitere Regieanweisung, das Szenario beginnt von vorne. Unanstrengend ist anders.
„Und das Ganze noch mal!“
Wenige Minuten zuvor: Das Filmteam friert – und zwar nicht erst seit Betreten der Eishalle, sondern schon seit den frühen Morgenstunden. „Wir kommen gerade vom Rotbachsee. Der Dreh dort ging um halb acht los“, sagt Heinz Wansing. Über Hemd und Krawatte trägt der Bürgermeisterkandidat der CDU einen warmen Troyer, darüber eine Lederjacke. Auf die 15 Wiederholungen am Hiesfelder Drehort war er trotzdem nicht vorbereitet. „Immer dann, wenn man sich gerade denkt ’Na, das war doch jetzt aber prima’, schüttelt Adnan den Kopf und sagt: ,Nein, Heinz, vor dem letzten Satz hast du nachgedacht. Das sieht man.’ Also das Ganze nochmal’“, lacht Wansing.
Das Drehbuch hat Adnan Köse seiner Nominierungsrede vom 17. Oktober entlehnt, die Drehorte sind vorher abgesprochen, Familie, Freunde und Arbeitskollegen als Komparsen angeheuert worden – und trotzdem kann vor Ort alles an einem Detail scheitern. So bellte beim Außendreh am Rotbachsee ein Hund, ein anderes Mal störte den Tontechniker die Kirchenuhr. Für Heinz Wansing heißt es in so einem Fall: „Alles auf Anfang. Und...bitte!“ Für die Anderen bedeutet es: Weiter frieren. Die Zusammenarbeit der beiden ergab sich bei der Premierenfeier zu Adnans Köses Film „Lauf um dein Leben“. Der Regisseur war es auch, der Heinz Wansing von der Idee, einen zehnminütigen Wahlwerbespot zu drehen, ihn ab Januar auf seiner Homepage und später als abgespeckte, zweiminütige Version im Kinovorprogramm laufen zu lassen, überzeugte. „Man muss die neuen Medien nutzen. Mir gefällt seine Haltung und ich will mit dem Film erreichen, dass neben dem Politiker und Verwaltungsfachmann auch der private, der Mensch Heinz Wansing fokussiert wird“, sagt Köse.
So kamen in den vergangenen zwei Drehtagen auch Wansings Mutter, seine Leidenschaft fürs Malen und ein Kinobesucher mit seiner Freundin vor die Linse. Sogar auf die Trabrennbahn traute sich Wansing. Und das, obwohl er an einer starken Pferdehaarallergie leidet. „Als ich aus dem Sulky gestiegen bin, hätten wir eigentlich direkt eine Neuauflage von Dracula drehen können– meine Augen waren blutrot unterlaufen“, lacht Wansing. Adnan Köse ist deshalb umso stolzer auf seinen Protagonisten. „Er ist eben ein Politiker mit Mut.“
Die Eishallenszene ist mittlerweile im Kasten, ein Besuch in Lohberg steht an. Gefroren wird also weiterhin. Doch die beiden eigens für den Dreh gebuchten Visagistinnen von „Schürmann“ pudern dem tapferen Hauptdarsteller einfach etwas Sommerfrische ins Gesicht – und weiter geht’s. Schon wenige Minuten später heißt es für Heinz Wansing erneut: „Klappe und Action!“ Hoffentlich bellt dieses Mal im Hintergrund kein Hund.
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