Dinslaken: Kommt die Gemeinschaftsschule?
VON JÖRG WERNER - zuletzt aktualisiert: 31.05.2011Dinslaken (RPO). Die Hauptschulen sterben, die Realschulen haben Probleme, Dinslakens Schullandschaft muss neu sortiert werden. Seit dem Schulgipfel gestern ist klar, wie die Verwaltung sich das vorstellt. Lösung: Gemeinschaftsschule.
Viele Fragen
Schulgipfel Eingeladen waren Lehrer, Elternvertreter, Träger der Schulsozialarbeit, Vertreter der Nachbarkommunen sowie Politiker.
Skepsis Das Publikum war in Sachen Gemeinschaftsschule nicht ganz so euphorisch. Es gab auch kritische Fragen. Beispielsweise die danach, welche Auswirkungen es auf die Gymnasien hat, wenn die Gemeinschaftsschule mit einer gymnasialen Oberstufe kommt, was der Vertreter der Bezirksregierung präferiert.
Konsens Alle Fragen sollen, so der Bürgermeister, der eine Konsenslösung erreichen möchte, im nun beginnenden Diskussionsprozess geklärt werden. Entscheidend sei der Elternwille
57 Schüler haben sich für das kommende Schuljahr zu einer er beiden Dinslakener Hauptschulen angemeldet. Das reicht kurzfristig allenfalls für einen Hauptschulstandort und angesichts sinkender Schülerzahlen und dem Wahlverhalten der Eltern in zehn Jahren nicht einmal mehr für den. Die Zahlen zur Schülerentwicklung, die Thomas Termath vom städtischen Fachdienst Schule gestern beim Schulgipfel in der Kathrin-Türks-Halle präsentierte, sprachen eine eindeutige Sprache. Auch für die Realschulen. Nur eine wird überleben können. Wenn die Stadt die Dinslakener Schullandschaft so attraktiv erhalten will, wie sie ist, das machte Bürgermeister Dr. Michael Heidinger klar, dann muss sie handeln – und zwar jetzt, da sie noch aktiv gestalten kann. Wie die Stadt handeln möchte, das machte dann die für die Schulen zuständige Beigeordnete Christa Jahnke-Horstmann deutlich.
Sie blätterte von "Alles bleibt, wie es ist", Schulzusammenlegung und der Errichtung einer zweiten Gesamtschule bis hin zur Gemeinschaftsschule, insgesamt sechs Szenarien auf, um dabei aber gleichzeitig klar zu machen, dass im Grunde nur eines – die Errichtung einer Gemeinschaftsschule – als aus Sicht der Schulverwaltung sinnvolles in Frage kommt. Diese Auffassung bestätigten auch die beiden Vertreter der Düsseldorfer Bezirksregierung, Jürgen Volkmer, für die Realschulen in den Kreisen Kleve und Wesel zuständig, sowie Heinz Gniostko, verantwortlich für alle Fragen rund um die Gemeinschaftsschule.
Für die Gemeinschaftsschule gibt es zwei Alternativen. Sie wird im Hiesfelder Gustav-Heinemann-Schulzentrum errichtet. In sie gehen die Volksparkschule, die Hiesfelder Hauptschule und die dortige Realschule ein. Die Jeanette-Wolff-Realschule bleibt erhalten. Die zweite Möglichkeit wäre, die Gemeinschaftsschule im Volkspark zu errichten. Die beiden Hauptschulen und die Jeanette-Wolff-Realschule werden aufgelöst, die Hiesfelder Realschule bleibt bestehen. Das ist, daran blieb gestern kein Zweifel, die Alternative, die sowohl die Dinslakener Verwaltung, als auch die Bezirksregierung bevorzugen. Schließlich ist in die Volksparkschule viel Geld investiert worden, das zu einem Teil ans Land zurückgezahlt werden müsste, wenn die Volksparkschule als Schulstandort aufgegeben würde.
Noch läuft die Gemeinschaftsschule allerdings nur als Schulversuch. Gniotsko hält es für möglich, dass sie in Dinslaken genehmigt wird. Voraussetzung sei ein überzeugendes pädagogisches Konzept.
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