Dinslaken: Künstlerischer "Freiraum"
VON LENA STEEG - zuletzt aktualisiert: 03.11.2008Dinslaken (RPO). Der Erste Voerder Kunstkreis „Gruppe Freiraum“ feierte am Wochenende sein 25-jähriges Bestehen. Zur Ausstellungseröffnung im Friedrichsfelder Bürgerhaus kam auch Schirmherr Leonhard Spitzer.
Siegfried Gorka ist auf der Suche nach roten Punkten. Doch unter den dicht an dicht gedrängten Kunstliebhabern im Friedrichsfelder Bürgerhaus hat keiner zufällig welche in der Tasche. Dabei bräuchte Gorka sie dringend, um bereits verkaufte Exponate zu kennzeichnen und den übrigen Interessenten somit frühzeitig eine Enttäuschung zu ersparen.
Der Einladung zur Feier des 25. Geburtstages des Ersten Voerder Kunstkreises „Gruppe Freiraum“ waren am Samstagvormittag etliche Kunstbegeisterte gefolgt, um die Arbeiten der Gruppenmitglieder zu bestaunen, beziehungsweise gleich fürs heimische Wohnzimmer zu reservieren. Schwer machten einem die Künstler die Kaufentscheidung schließlich nicht. Motive vom Rheinufer in Götterswickerhamm (Kurt Eickmeier), über die vier Gesichter eines Clowns (Margit Hilgers), bis hin zu schwarz-weißer Dünenlandschaft auf Sylt (Sabine Lux) boten für jeden Besucher das passende Wohnaccessoire.
Die Ausstellung
Der Erste Voerder Kunstkreis „Gruppe Freiraum“ stellt die Exponate seiner vielen Künstler aus Voerde und Umgebung noch bis Sonntag, 9. November, im Friedrichsfelder Bürgerhaus an der Poststraße aus. Die Ausstellung ist samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr und montags bis freitags von 15 bis 19 Uhr geöffnet.
Kunst und Politik
Wer nicht fündig wurde, fand derweil in den Worten Leonhard Spitzers Trost. Die Alternative zu den feinen Pinselstrichen, so zumindest zog der Bürgermeister und Schirmherr der Veranstaltung in seiner Eingangsrede einen durchaus einleuchtenden Vergleich, sei nämlich die Politik. Die kann und möchte sich zwar keiner über den heimischen Küchentisch dekorieren, doch ähnlich sei sich das Wesen der beiden trotzdem: „Ich selber bin auf Künstler wie sie manchmal sehr neidisch. Die Politik ist in ihrer Gestaltungsfreiheit deutlich eingeschränkter als die Kunst.“
Womit er recht hat: Über Materialien bis hin zur Motivwahl sind den derzeit 17 Mitgliedern der Gruppe Freiraum keine Grenze gesetzt. Expressionistische, abstrakte und naturalistische Bilder auf Leinwand oder Papier, mit Acryl, Öl oder Aquarellfarbe gezeichnet, finden in dieser Woche im Bürgerhaus an der Poststraße Präsentationsraum.
1983 hatte Siegfried Gorka mit seiner Frau und einigen befreundeten Kunstschaffenden den Kulturkreis gründet. Die ersten kleinen Ausstellungen bescherten der Gruppe einen steigenden Bekanntheitsgrad, die Atelierräume in der Schule an der Rahmstraße siedelten mit der Zeit zur Friedrichsfelder Parkschule um und auch die nunmehr elfte Ausstellung im Bürgerhaus, brachte die Gruppe auch in der jüngsten Vergangenheit immer wieder große Schritte voran.
Umso schöner also, gemeinsam ein viertel Jahrhundert Voerder Kunstgeschichte zu begießen. Als Dank erhielten Karl Göllmann, Vorsitzender des Fördervereins Friedrichsfelder Bürgerhaus, und Leonhard Spitzer jeweils ein Aquarell aus der Werkstatt Siegfried Gorkas.
Ein doppelter Erfolg
Obwohl gerade erst angelaufen, darf die Ausstellung im Bürgerhaus dank vieler Kaufinteressierter schon jetzt als voller Erfolg bezeichnet werden. Leonhard Spitzer beendete seinen Kunst-Politik-Vergleich nämlich so: „ Was für uns Politiker die Wahl, ist für die Künstler die Ausstellung.“ Deshalb also gleich in doppelter Hinsicht: Herzlichen Glückwunsch!
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