Dinslaken: Kulturzentrum soll kleiner ausfallen
VON SANDRA KAISER - zuletzt aktualisiert: 08.07.2008Dinslaken (RPO). Um bis zu 40 Prozent kleiner als geplant soll das islamische Kulturzentrum an der Walsumer Römerstraße werden. Mit der Entscheidung, die Baupläne überarbeiten zu lassen, reagierte der Verband der Islamischen Kulturzentren auf die Ablehnung von Bezirksvertretung und Duisburger Rat.
Lange Geschichte
Im Juni 2006 befasste sich die Bezirksvertretung mit einer Bauvoranfrage. Das Vorhaben wurde mehrheitlich als planungsrechtlich zulässig beurteilt, allerdings wurden schon damals Kritikpunkte angeführt.
Der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) hat den Bauantrag für das geplante Kulturzentrum in Walsum zurückgezogen. Dies teilten die Verantwortlichen gestern bei einer Pressekonferenz im Duisburger Rathaus mit. Oberbürgermeister Adolf Sauerland begrüßte den Schritt: „Der VIKZ hat den richtigen Weg eingeschlagen.“ Auch wenn der Verband den Bau „formaljuristisch durchdrücken“ könne, sei es klug, dies nicht gegen den Widerstand im Stadtbezirk zu tun. „Das hätte sicherlich zu einer Eskalation geführt. Der sind wir erst einmal aus dem Weg gegangen“, sagte er.
Der VIKZ reagierte mit seiner Entscheidung auf die Tatsache, dass sowohl die Bezirksvertretung als auch der Rat der Stadt dem Bauprojekt in der vorliegenden Form nicht zustimmen wollten. „Wie hätten unseren Rechtsanspruch durchsetzen können. Aber wir wollen unser Kulturzentrum mit einer möglichst breiten Unterstützung errichten“, betonte VIKZ-Generalsekretär Sami Baskurt.
Der Projektbeauftragte Senol Simsek kündigte an, die Baupläne überarbeiten zu wollen. Das Kulturzentrum an der Römerstraße solle nun deutlich kleiner werden (um bis zu 40 Prozent). Außerdem wolle man sich mit allen gesellschaftlichen Gruppierungen vor Ort zusammensetzen, um sie von dem Konzept zu überzeugen und einen Konsenz zu finden.
Auch versprach er, die Öffentlichkeit in Zukunft besser zu informieren und Neuigkeiten regelmäßig über die Presse zu kommunizieren. Man habe eingesehen, dass man dies in der Vergangenheit versäumt habe, hieß es. Näheres über die neuen Planungen war gestern noch nicht zu erfahren. Das ursprüngliche Bauvorhaben hatte neben dem Kulturzentrum auch Gebetsmöglichkeiten, Wohnungen und Läden vorgesehen. Vor allem gegen letztere hatten die Walsumer protestiert, weil sie befürchten, dass dadurch das Nahversorgungszentrum am Franz-Lenze-Platz zerstört wird.
Kritisch betrachtet wurden auch die geplanten Übernachtungsmöglichkeiten für 60 Kinder und Jugendliche. „Ein Wohnheim war nie geplant“, sagte gestern Fatih Gügen, Vorstand der VIKZ-Gemeinde Walsum. „Die Rede war lediglich von einem Angebot für Wochenenden und Ferien. Das planen wir weiterhin – in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt“, sagte er.
Adolf Sauerland appellierte eindringlich an alle Beteiligten, auf das Angebot des VIKZ einzugehen und gemeinsam mit dem Verband eine Lösung auszuarbeiten, mit der alle Seiten gut leben können. „Wir holen jetzt alle Kirchen und Vereine vor Ort an einen Tisch und versuchen, gemeinsam einen Konsens zu finden“, kündigte er an. „Wir können jetzt noch einmal von vorne beginnen und dem Projekt eine neue Chance geben.“
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