Dinslaken: Leidenschaft – auch ohne das große Geld
zuletzt aktualisiert: 07.09.2006Dinslaken (RPO). Lars Helmer weiß, wovon er redet. Der Dramaturg des Landestheaters Burghofbühne – unter anderem von Max Frischs „Homo Faber“, das morgen Premiere feiert – hat das Schauspielen von der Pike auf gelernt. In Hamburg besuchte der gebürtige Flensburger die Schauspielschule. Den Kindern in der Dinslakener Kinder- und Jugendbücherei versuchte er seinen Beruf zu erklären. Auch RP-Mitarbeiter Markus Haegert wollte es genauer wissen.
Als ausgebildetem Schauspieler – rollen sich bei Ihnen die Zehnägel auf bei der Ansicht von Soaps und Telenovelas im Fernsehen?
Helmer Ohne diesen Menschen den Erfolg zu missgönnen: Mit Schauspielerei hat das nicht viel zu tun.
Für Kinder sind diese Stars aber oft Vorbilder, denen sie nacheifern.
Helmer Ich versuche interessierten Kindern zu vermitteln: Kreativität ist das Wichtigste. Gehen sie an einen Text oder eine Rolle mit eigenen Ideen heran oder mit Scheuklappen? Wer so etwas nicht mit eigenen Gedanken auseinander nehmen kann, sollte besser die Finger davon lassen.
Ist die Schauspielerei denn zu erlernen wie ein Handwerk?
Helmer Ja, sicher. Aber man muss schon mit Leidenschaft dabei sein.
Und wie landet man dann in Hollywood und kassiert das große Geld?
Helmer Man sagt ja gerne: Der Applaus ist das Brot des Künstlers. Ganz so ist es zwar nicht. Doch ein Schauspieler sollte nicht erwarten, dass er damit seinen Lebensunterhalt verdienen kann.
Womit wir wieder bei der Leidenschaft wären. Welche ist denn Ihre?
Helmer Die sechs bis acht Wochen, in denen ich mich in eine Rolle einarbeite, wie ich spreche, wie ich mich bewege – das ist die wirkliche Schauspielerei. Wenn ich dann auf der Bühne spiele, ist es nur noch das Abrufen des Erarbeiteten.
Sind Sie also mehr Schauspieler oder doch Dramaturg?
Helmer Ich spiele einfach zu selten. Ich arbeite einfach viel lieber an Theaterstücken.
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