Dinslaken: Leiser Abschied vom Bad
VON MATTHIAS KNAUER - zuletzt aktualisiert: 01.09.2010Dinslaken (RPO). Das Volksparkbad ist Geschichte. Es wird abgerissen. Am letzten Schwimmtag hat sich die Rheinische Post mit den Besuchern über ihre Erinnerungen an das Hallenbad unterhalten.
Wie war die letzte Runde im Volksparkbad? Richard Müller aus Voerde setzt seinen Fahrradhelm auf und antwortet lachend: "Gut, wie immer." Viele Jahre lang ist er dreimal die Woche nach Dinslaken zum Schwimmen gekommen. Jetzt, es ist noch früh am Sonntagmorgen, schwingt er sich auf sein Rad und fährt nach Hause. Zum letzten Mal macht er sich vom alten Volksbad aus auf den Weg zurück. Denn in den nächsten Wochen wird das Bad nach und nach für den Abbruch vorbereitet. Sonntag war letzter Schwimmtag.
Das wird spannend
Schwimmmeisterin Monika Novender zeigte sich wenig wehmütig. Sie freut sich viel mehr auf das neue Schwimmbad. "Wir werden uns gleich noch mit den Mitarbeitern zusammensetzen, und dann war es das. Dann geht die neue Arbeit los, und das wird sicher spannend."
Das Neue
Eröffnung Wann die Neueröffnung des neuen Schwimmbades sein wird, ist noch offen. Wahrscheinlich Mitte Oktober.
Punktekarten Noch vorhandene alte Punktekarten werden im neuen Schwimmbad dann ausgezahlt.
Bis dahin bleibt den Wasserratten wohl nur "Fremdschwimmen" in den benachbarten Städten und Schwimmbädern.
Das Ehepaar Volker und Christa Finken kommt seit mehr als 40 Jahren zum Schwimmen nach Dinslaken. "Wir wohnen in Duisburg, aber zum Schwimmen geht es immer hierher", erzählt er. Sie fährt fort: "Unsere Kinder und Enkelkinder haben hier schwimmen gelernt, das Volksparkbad ist für uns schon was Besonderes." Etwas wehmütig verlassen sie das Bad. Auch Dinslakens Amtsleiter für Schule und Sport, Jörg Steeg, nutzte das Finale, um noch einmal seine Bahnen zu ziehen im Volksparkbad. Rolf Doering kommt aus dem Gang zu den Umkleidekabinen. Seit den ersten Tagen des Hallenbades ist er Kunde. Dem heute 80-Jährigen fällt der Abschied von "seiner Schwimm- und Sporthalle" sichtlich schwer. Seit 20 Jahren kommt er fast jeden Tag: "Seitdem ich Rentner bin, bin ich jeden Morgen da. Ich sage mir immer, so Gott will, gehe ich weiter schwimmen."
Vor einigen Jahren wäre er beinahe im Hallenbad "abgesoffen". Eine Lungen-Embolie hätte ihn fast das Leben gekostet. Etwas skeptisch ist er noch, wie es im neuen Schwimmbad werden wird. "Bis dahin muss ich wohl in der Badewanne schwimmen gehen", sagt er lachend, und hinter ihm fährt die gläserne Schiebetür.
Es ist kurz vor zehn. Die letzten Badegäste verlassen die Umkleidekabinen. Haare werden gefönt, und dann schließen sich die Schiebetüren ein letztes Mal. Feierabend im alten Volksparkbad. Für immer.
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