Dinslaken: Leisere Schienen für Hiesfeld
VON FLORIAN LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 30.01.2012Dinslaken (RP). Die Deutsche Bahn stattet 600 Meter Gleisstrecke in Dinslaken mit Schienenstegdämpfern aus. Das soll den durch Züge verursachten Lärm reduzieren, so dass die Anwohner etwas ruhiger leben können.
Der freie Platz neben den Gleisen direkt am Bahnübergang Holtener Straße ist zum unscheinbaren Ausgangspunkt der Gleisarbeiten geworden. Den zufälligen Beobachter weisen nur einige Schilder mit der Aufschrift "im Auftrag der DB" hinter den Windschutzscheiben einiger hier geparkter Kleintransporter darauf hin, dass irgendwo in der Nähe die Deutsche Bahn Arbeiten durchführen lässt.
Erst wenn man die Gleise am Bahnübergang überquert, kann man in einigen Hundert Metern Entfernung Männer in grell orangefarbener Arbeitskleidung sehen, die an den Gleisen werkeln. Schienenstegdämpfer sollen hier an den Gleisen angebracht werden. Außerdem führen die Arbeiter Signalversetzungen, Kabeltiefbauarbeiten, Oberleitungsarbeiten und Rammarbeiten für die Erstellung neuer Fahrleitungsmasten durch, wofür teilweise auch schwere Maschinen auf den Schienen unterwegs sind.
Weitere Arbeiten
Wochenende Von Samstag, 4. Februar, 2.45 Uhr bis Montag, 6. Februar, 1.30 Uhr, gibt es für die Züge RE 5 und RB 35 zwischen Oberhausen und Wesel Schienenersatzverkehr.
Abfahrt Außerdem ändern sich die Fahrpläne zwischen Wesel und Emmerich.
Genauere Auskunft über die Details der Arbeiten lassen sich vor Ort nicht bekommen – die von der Bahn mit der Ausführung der Arbeiten Beauftragten schweigen. Ein Blick auf die Kartons mit den Schienenstegdämpfern, die direkt an der Straße stehen, weißt diese als "Calmmoon Rail" der Firma Sekisui-Bahntechnik aus. Laut Herstellerangaben soll das Dämpfungssystem in der Lage sein, den Lärmpegel von vorbeifahrenden Zügen – je nach Geschwindigkeit und Radrauhigkeit – um bis zu vier Dezibel zu reduzieren. Beim Güterverkehr auf der Schiene wären in einem Frequenzbereich zwischen 500 und 4000 Hertz Lärmreduktionen von bis zu elf Dezibel möglich.
Ob die Stegdämpfer halten, was sie versprechen, ist ungewiss, auch weil die Reduzierung des Lärmpegels von der Geschwindigkeit und der Technik der vorbeifahrenden Züge abhängt. Auf einem Streckenabschnitt in Haldern verbaute die Deutsche Bahn bereits Stegdämpfer – wenn auch einen anderen Typ. Hier stellten die Anwohner keine besondere Verringerung des Lärms fest, und auch ein Test der RP vor Ort zeigte, dass sich keine große Lärmminderung ergibt. Ob das in Dinslaken anders sein wird?
Heinz Mülleneisen, Vorsitzender der Bürgerinitiative "Betuwe: So nicht!" ist davon überzeugt, dass der Lärmschutz an der Schiene Wirkung zeigen wird. "Das sind Erprobungsmaßnahmen vonseiten der Bahn", sagt er. "Es ist eine innovative Sache, die da gemacht wird."
Von der Wirksamkeit des Lärmschutzes an der Schiene ist er, trotz einer geringen Senkung des Geräuschpegels, überzeugt. "Es ist eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen, wie dem Einbau von Flüsterbremsen in Waggons und dem Abschleifen der Schienen, was die Strecke leiser macht", erklärt er. So könnten die neuen Stegdämpfer einen Beitrag dazu leisten, den Zugverkehr für die Anwohner erträglicher zu machen.
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