Dinslaken: Mehr als Erziehung und Betreuung
VON ANNETTE SCHEPERS - zuletzt aktualisiert: 09.04.2010Dinslaken (RPO). Die Kindertagesstätte Teerstraße im Dinslakener Stadtteil Lohberg darf sich seit 2009 "zertifiziertes Familienzentrum" nennen – eines von bislang sechs der Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Kreis Wesel.
Erfahrungsaustausch
Die Mitarbeiter und Kooperationspartner der Awo-Familienzentren treffen sich regelmäßig, um Erfahrungen auszutauschen und um zu besprechen, ob und in welcher Form weitere Angebote sinnvoll sind. Mehr Informationen zu den Familienzentren der Awo gibt es auf der Internetseite:
Sechs Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt im Kreis Wesel wurden bereits vom Land Nordrhein-Westfalen als Familienzentren zertifiziert. Die Kindertagesstätte Moerser Straße in Kamp-Lintfort bereitet sich gerade darauf vor, Nummer sieben zu werden. "Um sich ,Familienzentrum' nennen zu dürfen, muss die Einrichtung einen Antrag an das Land stellen und natürlich gewisse Voraussetzungen erfüllen", sagt Birgit Abraham, stellvertretende Geschäftsführerin beim Awo-Kreisverband Wesel und für das Referat Kinder- und Jugendpolitik verantwortlich.
Beratungsangebot
Sprich: Neben Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder, soll den Eltern ein breitgefächertes Angebot an Beratungs- und Fördermöglichkeiten zur Verfügung stehen. Dabei orientieren sich die jeweiligen Angebote an den Bedürfnissen und Lebenswelten der Familien in dem betreffenden Stadtteil. "Ganz wichtig dabei ist die Kooperation mit den Bürgern, mit Vereinen und anderen Einrichtungen vor Ort", betont Abraham.
Zusammenarbeit
An der Teerstraße in Lohberg arbeiten die Leiterin der Kita, Bettina Graeser, und ihr Team eng mit dem Stadtteilbüro und der Grundschule in Lohberg zusammen, ebenso mit der Polizei, der Dinslakener Tafel, dem Gesundheitsamt, Ärzten und weiteren Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt. Dazu zähle etwa das Awo-Projekt "Startchancen", das jungen Familien in schwierigen Situationen Unterstützung bietet.
"Wir sind seit 23 Jahren in diesem Stadtteil tätig, und viele Mütter, die heute ihre Kinder zu uns bringen, sind früher selbst hier in den Kindergarten gegangen. Wir begleiten die Familien über Jahre hinweg und haben ein enges Vertrauensverhältnis aufgebaut", sagt Graeser. Die Eltern mit ins Boot zu holen sei eine wichtige Voraussetzung, um die Ziele des Familienzentrums umzusetzen.
Eine wichtige Rolle spielten dabei auch die "Taff-Projekte" der Awo – niederschwellige Angebote zur Stärkung der Elternkompetenz. 90 Prozent der Kinder in Lohberg haben einen Migrationshintergrund, und so liegt ein Schwerpunkt der Einrichtung im Bereich der Sprachförderung. "Wir setzen bei unseren Angeboten auf Zweisprachigkeit und arbeiten mit Logopäden und der Bücherstube Lohberg zusammen", sagt die Kita-Leiterin. "Wir bilden Frauen zu ,Vorlese-Müttern' aus und wollen den Familien den Zugang zu Büchern erleichtern. Besonders schön ist es, wenn Kinder auf mich zukommen und stolz erzählen, dass sie jetzt einen Leseausweis besitzen."
Krabbelgruppe
Als zertifiziertes Familienzentrum muss die Lohberger Einrichtung nachweisen, dass sie ihr vielschichtiges Angebot nicht nur hält, sondern auch ausbaut.
"Im März haben wir beispielsweise eine Krabbelgruppe eingerichtet. Außerdem möchten wir in diesem Jahr das Sport- und Bewegungsangebot für Kinder und Eltern erweitern", sagt Bettina Graeser.
"Familienzentrum – das bedeutet immer auch viel Aufwand", gibt Birgit Abraham zu. Doch es ist ein Aufwand, der sich für die Menschen in Lohberg lohnt und den das Team mit voller Energie angeht. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass die Kita Teerstraße in sechs der sieben Beurteilungskategorien für das Zertifikat mit "herausragend" bewertet wurde.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




