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Dinslaken: Mietstreit legt Kartbahn still

VON ULRICH SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 12.03.2010

Dinslaken (RPO). Der Eigentümer der Kart-Halle an der Thyssenstraße hat den Geschäftsführer der Bahn vor die Tür gesetzt. Der will nun einen reinen Außenbetrieb beantragen. Der Eigentümer überlegt, die Halle abzureißen.

Ein Rennen auf dem Außengelände der Kartbahn. Auf diesem Areal werden die Flitzer bald wieder Runden drehen, wenn es nach Bahnbetreiber Hans-Günter Kociemba geht. Der Kreis wird das Vorhaben prüfen.  Foto: RPO
Ein Rennen auf dem Außengelände der Kartbahn. Auf diesem Areal werden die Flitzer bald wieder Runden drehen, wenn es nach Bahnbetreiber Hans-Günter Kociemba geht. Der Kreis wird das Vorhaben prüfen. Foto: RPO

Was die Anwohner mit ihren Beschwerden über Lärm nicht schafften, resultierte nun aus einem juristischen Streit ums Geld: Der Eigentümer, die Baucon Immobilien Management GmbH in Köln, hat den Betrieb der Kartbahn an der Thyssenstraße stillgelegt. Nach Auskunft von Baucon-Makler Thomas Bünger sei der Geschäftsführer der Bahn, Hans-Günter Kociemba, Zahlungen schuldig geblieben – "wir haben nie etwas gesehen". Die Angelegenheit landete vor Gericht, und Kociemba stand schließlich ohne Halle da.

Doch Vorsicht: Kart-Geräusche an der Thyssenstraße sind deshalb noch lange nicht Geschichte. Wie die Kreisbehörde gestern auf RP-Anfrage bestätigte, hat Kociemba dort bereits wegen eines Betriebs nur auf dem Außengelände der Kartbahn vorgefühlt; das Außengelände gehört nicht der Baucon. "Den Antrag dafür bereite ich gerade vor. Dann werden die Karts aber nur noch tagsüber fahren", sagte Kociemba der Rheinischen Post.

Info

Die Kartbahn

Betrieb Geschäftsführer Kociemba hat nach eigenen Angaben 15 Jahre lang Karts fahren lassen.

Personal Laut Kociemba zwölf Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit.

Konflikt Anwohner beklagten sich immer wieder über zu laute Motorengeräusche. Der Kreis maß und verhängte Auflagen.

Konsequenz Wegen Verstößen gegen die Auflagen schrieb die Polizei Anzeigen. Mit einer Ordnungsverfügung gegen den Bahnbetreiber scheiterte der Kreis im vergangenen Jahr vor Gericht.

Bahn runtergewirtschaftet

Die Baucon ihrerseits hat den Kart-Sport auch noch nicht abgeschrieben. Makler Bünger zufolge hätten sich bereits Interessenten für einen Kart-Betrieb in der Industriehalle umgesehen. Er ist allerdings skeptisch, dass jemand anbeißen wird. Aus zwei Gründen: Erstens sei die Bahn runtergewirtschaftet, zweitens sei die 8500 Quadratmeter große Halle durch einen Kart-Betrieb kaum bezahlbar.

Was die Geldvorstellungen der Baucon betrifft, hat Hans-Günter Kociemba ganz eigene Eindrücke: Nicht seine Zahlungsmoral liege dem Zerwürfnis zugrunde, betonte er, sondern überzogene Forderungen der Kölner Immobilien-Manager: "Die Miete war okay, aber die Nebenkosten waren viel zu hoch. Und dann sollten wir uns auch noch selber um die Instandhaltung kümmern."

Um seine Karts künftig draußen fahren zu lassen an der Thyssenstraße, muss Kociemba eine Nutzungsänderung beim Kreis Wesel beantragen. Die Lärmschutz-Experten der Behörde hatten im September vergangenen Jahres erneut den Geräuschpegel gemessen lassen und anschließend Auflagen gemacht: auf der gesamten Anlage (drinnen und draußen) durften demnach bis 22 Uhr nie mehr als 20 Karts gleichzeitig fahren, nach 22 Uhr höchstens zwei. Zu einem reinen Außenbetrieb sagte gestern Dr. Lothar Krieger, beim Kreis Wesel für den Lärmschutz zuständig: "Als Tendenz kann man angeben, mit aller Vorsicht: Wenn der Außenbetrieb genehmigt werden kann, dann werden weniger Karts fahren dürfen als bisher."

Die Baucon liebäugelt noch ein wenig mit einer Fortsetzung des Kartbetriebs, um sich die kostspielige Entsorgung der Bahn-Utensilien (insbesondere Autoreifen als Streckenumrandung) zu ersparen. Schlägt aber kein Interessent ein, wird die Halle leergeräumt und abgerissen werden. Der Kölner Immobilien-Vermarkter wird dann versuchen, anderes Gewerbe auf dem Areal anzusiedeln.

Quelle: RP

 
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