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Voerde: Minister sagt Unterstützung zu

VON HEINZ SCHILD - zuletzt aktualisiert: 08.11.2008

Voerde (RPO). Einen kompetenten und dabei auch unterhaltsamen Bau- und Verkehrsminister erlebten die rund 100 Teilnehmer des Martiniabends, zu dem die CDU ins Wasserschloss Haus Voerde eingeladen hatte. Und der NRW-Minister sagte zu, für ein Gespräch mit der Stadtspitze wiederzukommen.

Minister Oliver Wittke (3. von links) trug sich ins Gästebuch ein. Weiter auf dem  Foto: RPO
Minister Oliver Wittke (3. von links) trug sich ins Gästebuch ein. Weiter auf dem Foto: RPO

Bürgermeister Leonhard Spitzer packte die sich beim Martiniabend bietende Gelegenheit beim Schopfe und lud den Gast aus der Landeshauptstadt zu einem Informationstreffen nach Voerde ein. Bei diesem Gespräch soll Oliver Wittke über die Zukunftspläne der Stadt unterrichtet werden, als da sind die geplante Deicherneuerung in Götterswickerhamm und die damit verbundende Umgestaltung des Rheindorfes sowie die Entwicklung der Voerder Innenstadt. Denn bei beiden richtungsweisenden Projekten ist die Kommune auf die Unterstützung des Landes angewiesen, und deshalb soll der Minister mit ins Boot geholt werden. Zur Freude von Bürgermeister Spitzer nahm der christdemokratische Landespolitiker die Einladung an und versprach, „wo Hilfe nötig und notwendig ist, werden wir sie gern leisten“.

Info

Oliver Wittke

Oliver Wittke wurde 1966 geboren, er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er studierte Wirtschaftswissenschaften und Geographie. Der Christdemokrat war Oberbürgermeister der Stadt Gelsenkirchen und ist seit Juni 2005 Minister für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.

In seinem etwa 30 Minuten dauernden Referat stellte Oliver Wittke die Grundzüge der nordrhein-westfälischen Verkehrspolitik für die Bereiche Straße, Schiene, Luft und Wasser dar. Er wetterte gegen seine Amtsvorgänger, die es – teils aus ideologischen Überzeugungen – versäumt hätten, sich den verkehrspolitischen Zukunftsherausforderungen zu stellen, Chancen nicht erkannt und vorhandene Potenziale nicht genutzt hätten. Seit seinen Amtsantritt Mitte 2005 habe er die Weichen neu gestellt – keine leichte Aufgabe angesicht der Altlasten. Er bekräftigte, dass die Landesregierung es ernst meine mit dem Ausbau der Betuwe-Linie, dazu gehöre, dass mit der Beseitigung des Bahnübergang in Möllen Anfang des nächsten Jahres begonnen werde. Beim Thema Wasserstraßen kündigte er an, in Voerde noch Großes vor zu haben. So begrüßte er die Kooperation der Häfen Emmelsum, Duisburg sowie Wesel und sah Ausbaumöglichkeiten auf der Landseite. Nicht nur Ratsmitglied Hans-Dieter Langenfurth äußerte die Befürchtung, dass bei der Kooperation in Voerde die benötigten flächenintensiven Ruheliegeplätze für Schiffer entstehen würden, während Duisburg das profitable Hafengeschäft mache. Hier antwortete Wittke dann als Landespolitiker, der das große Ganze sieht, und sprach sich für die Erarbeitung von Konzepten aus, die Akzeptanz in den beteiligten Kommunen finden.

Bürgermeister Spitzer plädierte dafür, den Verkehrsverbund Rhein-Ruh (VRR) auch auf Voerde auszudehnen, da dies zur Entkriminalisierung von Jugendlichen betrüge, die ohne zu bezahlen nach Dinslaken führen, weil erst dort der VRR-Tarif gelte. Außerdem mache es wenig Sinn, dass Voerder mit dem Auto zum Bahnhof nach Dinslaken führen, dort die Innenstadt zuparkten, um dann mit öffentlichen Verkehsmitteln ins VRR-Gebiet zu reisen. Oliver Wittke sprach sich für einen gemeinsamen Verkehrsverbund und eine gemeinsame Tarifstruktur aus. Die Anregung der Dinslakenerin Marianne Wagemann, für mehr Fahrradwege in Götterswickerhamm zu sorgen, griff der Minister mit einem Appell für den bürgerschaftlichen Radwegebau auf. Wenn die Kommune die technische Leitung übernehme, die Bürger die Arbeiten ausführten, dann bezahle das Land das benötigte Material.

Mit viel Applaus dankten die Teilnehmer des Martiniabends dem Verkehrsminister für seine klaren Worte und verabschiedeten ihn dann nach Hause.

Quelle: RP

 
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