Dinslaken: Mit dem Rollfietz übern Schulhof
VON AMELIE LORENZ - zuletzt aktualisiert: 21.09.2006Dinslaken (RPO). Die Projektwoche „Hindernis Behinderung“ der Gartenschule war ein großer Erfolg. Zum Weltkindertag gestern absolvierten die Schüler einen Sinnesparcours, fuhren mit Rollstühlen und lernten dabei mehr über Behinderungen.
Grundschüler fuhren in Rollstühlen über den Schulhof und testeten ihre Geschicklichkeit beim Slalom. Die Projektwoche „Hindernis Behinderung“ der Gartenschule fand am Weltkindertag ihren Abschluss. Seit 2003 gibt es die Projektwochen an der Schule. „Wegen der Fußball-WM der Menschen mit Behinderungen, die die Gartenschule in Dinslaken mitgestaltet hatte, bot sich dieses Jahr das Thema „Hindernis Behinderung“ an“, erklärte Schulleiterin Gabriele Lützenkirchen-Modro das bunte Treiben gestern Vormittag auf dem Schulhof.
Am Weltkindertag brachten ein Sinnesparcours, Rollstuhlfahren und viele andere Programmpunkte reichlich Abwechslung für die Schüler. Wegen der zahlreichen spielerischen Möglichkeiten stieß das Thema auf viel Zuspruch bei den den Kindern. Das Urteil von Mark Kleemann aus der Klasse 3b etwa fiel eindeutig positiv aus. „Wir konnten die ganze Woche viel über Behinderte lernen“, resümierte er.
Projektwochen
Die Gartenschule widmet sich in ihren Projektwochen Themen zu den Weltkinderrechten. Im vergangenen Jahr behandelte die Schule das Thema „Jambo Afrika – Das Recht auf Gleichheit – unabhängig von der Hautfarbe“.
Zusätzlich entdeckten die Kinder auch ihre eigenen Fähigkeiten. Bei dem in der Turnhalle aufgebauten Sinnesparcours testeten sie ihre Geschicklichkeit. Die Grundschüler robbten blind an einer Wand entlang und mussten auf einer Wippe hoch und runter laufen. Besonders das danach folgende „Dunkel- essen“, wie die Klassenlehrerin der 3b, Monika Berning, erfreut erzählte, „kam bei den Schülern hervorragend an“.
Höchst interessant fanden die Grundschüler auch das Rollstuhlfahren. Dabei waren das Elektromobil und das „Rollstuhlfahrrad“ (Rollfietz) die Favoriten. „Die waren am besten“, bemerkte Florian Ismaji und erntete von vielen seiner Klassenkameraden Zustimmung. Beim spielerischen Umgang mit den Rollstühlen halfen eine Rampe und ein Slalom.
„Die Schwellenangst ist weg“, bemerkte Ulrich Deffte, Orthopädie– und Reha-Techniker des Sanitätshaus Lang, der das Rollstuhlfahren betreute. Aufgeregt tollten die Schüler auf dem Schulhof und drängten sich an die roten, grünen und orangenen Kinderrollstühle. „Die Kinderrollstühle“, so erklärte ihnen Ulrich Deffte, „werden für die Patienten extra nach Maß angefertigt“. Extra für die Projektwoche war auch ein Snoezelen-Raum eingerichtet worden, wie der pädagogische Leiter der Lebenshilfe, Jürgen Weber, berichtete. Der mit Kissen, ruhiger Musik und angenehmen Licht ausgestattete Raum sei „ein richtiger Wohlfühlraum“, den die Schüler der Gartenschule in dieser Woche besuchen durften. „Die Woche hat Spaß gemacht“, brachte Christoph Nitsche aus der Klasse 3b seine Eindrücke auf den Punkt und machte klar, dass es auf spielerische Weise gelungen war, Verständnis für das „Hindernis Behinderung“ zu wecken.
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