Dinslaken: Mit den Kilians in die Ferien rocken
VON LENA STEEG - zuletzt aktualisiert: 06.04.2009 - 13:10Dinslaken (RPO). Die Dinslakener Band Kilians liefert mit ihrer neuen Single „Said and Done“ den perfekten Soundtrack für den Frühling. Zum Auftakt des CD-Verkaufs rollten die Jungs mit ihrem Bühnenbus auf den Hans-Böckler-Platz und gaben ein Gratiskonzert.
Wenn man von Teeniekonzerten hört oder liest, kommt man um ein Wort einfach nicht herum: Das Phänomen des so genannten „Kreischalarms“ scheint zwar grundsätzlich jede Alters- und Musikgenreschicht zu durchziehen, lässt sich jedoch vermehrt dort auffinden, wo junge Musiker auf der Bühne auf ebenso junge Mädchen davor treffen.
Beim Konzert der Kilians auf dem Hans-Böckler-Platz jedoch: Erstaunliche Souveränität auf Seiten des Publikums. Liegt vielleicht auch an der fehlenden Distanz zu den Musikern: Die Jungs klettern, nur einen Teddybärenwurf entfernt, um Punkt 19.30 Uhr auf das Dach des zur Bühne umfunktionierten „Red Bull“-Tourbusses und greifen zu Instrumenten und Mikrofonen. Trotz all der Disziplin auf beiden Seiten (die Musiker pünktlich, die Security fast gelangweilt von ausbleibender Massenhysterie oder wenigstens ein paar kollabierenden Fans) macht das Konzert von Anfang an Spaß.
„Kill The Kilians“, das Debütalbum, erschien im September 2007, stieg auf Platz 75 in den deutschen Charts ein und bescherten den Kilians eine Nominierung für die Einslive-Krone 2007 in der Kategorie „Bester Newcomer“. Das neue Album „They are calling your Name“ erscheint am 10. April. Ab dem 23. April geht die Band auf große Deutschlandtournee.
Nach einem kurzen instrumentalen Intro „zum Anschnuppern und Abtasten“ geht es auch schon ans Eingemachte. Was passend zu Anlass und Termin des Gratiskonzerts natürlich die neue Single der Jungs ist, die es ab sofort in den Plattenläden zu kaufen gibt. „Said and done“ kommt frisch, ungezwungen und trotzdem alles andere als banal daher. „Erwachsener“ finden viele der zumeist jungen Fans das, was sie bisher vom neuen Album „They are calling your Name“ gehört haben. Das ist konsequent, sind doch schließlich alle fünf Musiker gerade einmal Anfang Zwanzig und wenn die Band nicht jetzt große Reifesprünge von Album zu Album macht, wann denn bitte dann.
„Wollt ihr euch nicht noch ein bisschen bewegen? Das Zeitkontingent ist bekanntlich begrenzt“, merkt Gitarrist und Sänger Simon den Hartog nach dem vierten Lied ganz zu Recht an und animiert das noch recht verhaltene Publikum seiner Heimatstadt zum Tanzen, Springen, Klatschen - Konzert-Machen eben. Ist doch schließlich Ferienbeginn, Abiturzulassungsfeier, erster richtiger Frühlingsabend. Das muss man doch glücklich sein! Ist der Großteil dann auch. Die Fans tanzen und springen wie geheißen, nach anfänglichen Formalitäten werden sie von Frontmann Simon geduzt und das einstündige Konzert vergeht tatsächlich wie im Flug.
Nur eins bleibt an dieser Stelle noch zu klären. Hatte Simons Opa denn auch Spaß? Das fragt ihn sein Enkel nämlich von der Bühne aus durchs Mikro, da er die Antwort „an seinem Gesicht nicht eindeutig ablesen kann.“ Doch auch Opa hat ganz augenscheinlich Gefallen an dem gefunden, was die Jungs da so spielend auf die Beine, beziehungsweise den Tourbus gestellt haben. Und damit ist er nicht allein.
Statt auf den Heimweg machen sich die viele Fans nach dem Konzert noch auf in die Kuka, wo gemeinsam mit der Band bis tief in die Nacht gefeiert wird. Der Kreischalarm bleibt jedoch auch hier aus. Macht aber nichts.
Als Stimmungsbarometer, das lehrt einen dieser Abend, lässt sich die Lautstärke von Fans nicht verlässlich einsetzen.
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