Dinslaken: Mit klingendem Spiel durch Spellen
zuletzt aktualisiert: 31.07.2010Dinslaken (RPO). Die Spielmannszug Spellen besteht seit 100 Jahren. Gegründet wurde er damals von Heinrich Plückelmann und musikbegeisterten Mitstreitern, die wie der Vereinsvorsitzende das Musizieren bei den Soldaten gelernt hatten. Ein Blick in die Geschichte des Vereins.
Bayerischer Abend
Die Oktoberfestband "Münchner Zweitracht" spielt beim Bayerischen Abend, den der Spielmannszug Spellen am Samstag, 28. August, anlässlich seines 100-jährigen Bestehens feiert. Einlass ist ab 18 Uhr, los geht es um 20 Uhr. Eintrittskarten gibt es bei den Spielleuten und den Spellener Geschäftsstellen der Volksbank Rhein-Lippe und der Sparkasse.
VOERDE-SPELLEN (RP) Obwohl schon seit mindestens 1871 Tambourkorps und Blaskapellen mit klingendem Spiel über die Spellener Heide zogen und Soldaten von Wesel zum Truppenübungsplatz auf der Heide führten, kam erst im Jahre 1907 nach Gründung der Spellener Feuerwehr die Idee auf, ein eigenes Tambourkorps zu gründen. Im September 1909, nach zweijähriger Dienstzeit beim kaiserlichen Garderegiment in Berlin, wo er gelernt hatte, mit Trommel, Flöte und Tambourstock umzugehen, kehrte Heinrich Plückelmann nach Spellen zurück. Schon im Oktober 1909 wurde auf einer Versammlung der Feuerwehr, deren Mitglied er war, der Schritt zur Gründung eines Tambourkorps getan.
Die ersten Mitglieder waren: Heinrich Plückelmann, Alois Hülsermann, Johann Hüser, Adolf Rademacher, Johann Schreiber, Dietrich Brücks, Franz Springob, Heinrich Kulmann, Stephan Rodermund und Heinrich Missing. Da außer Heinrich Plückelmann noch einige Männer beim Kommiss das Flöten und Trommeln erlernt hatten, konnte schnell eine spielfähige Gruppe zusammengestellt werden, die zum ersten Mal öffentlich beim Schützenverbandsfest des Jahres 1910 in Mehrum auftrat. So wurde 1910 zum Geburtsjahr des Tambourkorps bestimmt.
Weil die Spielleute damals noch kein Übungslokal gefunden hatten, probten sie die ersten Jahre im Freien, in der Spellener Schweiz im "Hötzenbosch", dort, wo viele Jahre das Ehrenmal seinen Platz hatte. In Spellen war man stolz auf ein eigenes Tambourkorps. Dessen Mitglieder spielten schon nach kurzer Zeit zu den Schützenfesten und nahmen mit Erfolg an Wettstreiten teil. Der Erste Weltkrieg setzte dem Vereinsleben ein vorläufiges Ende. Doch bereits 1920 spielte der Spielmannszug wieder beim Spellener Schützenfest auf. Übungslokal wurde Theodor Lorberg-Döhmers Gastwirtschaft. Während des Zweiten Weltkrieges, in dem mehr als ein Drittel der Vereinsmitglieder ihr Leben ließen, ruhte die Vereinsarbeit erneut.
Im Jahr 1949 war es wieder der Vater des Vereins, Heinrich Plückelmann, der die verbliebenen Spielleute erfolgreich zum gemeinsamen Musizieren ermunterte. In den 50er Jahren entwickelt sich der Verein stetig weiter und war auf Festen als musikalische Begleitung immer gern gesehen. Im Jahr 1954 wurde eine Fanfarenbläsergruppe gebildet. Doch es kam im Jahr 1957 zu Streitigkeiten, so dass acht Aktive aus Friedrichsfeld aus dem Verein austraten und ein eigenes Tambourkorps in Friedrichsfeld gründeten. Ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte der Nachkriegszeit war das 50. Gründungsfest, das 1960 gefeiert wurde.
Auch nachdem Vereinsgründer Heinrich Plückelmann sich zurückgezogen hatte, entwickelte der Verein sich unter den neuen Vorsitzenden Willi Scholten und Winfried Weltgen immer weiter, bei stetig steigenden Mitgliederzahlen konnte 1972 das 100. Mitglied begrüßt werden.
Unter der Vereinsführung von Hans-Werner Meier, der seit nunmehr 25 Jahren 1. Vorsitzender des Spielmannszuges ist, steht die Musik im Mittelpunkt des Geschehens – auch dann, wenn gemeinsam mit ehemaligen Mitgliedern, Förderern und Freunden gefeiert und damit der Schulterschluss zwischen neuen und alten Musikergenerationen vollzogen wird. Zurzeit gehören dem Verein 30 aktive Mitglieder, 97 passive Mitglieder und ein Ehrenmitglied an. Musikalischer Leiter ist seit 1984 Jürgen Becker.
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