Dinslaken: Mit Laterne und Stutenkerl
VON ANNA BLASWICH - zuletzt aktualisiert: 10.11.2008Dinslaken (RPO). Hunderte Dinslakener Kinder erleuchteten Samstag mit ihren kunstvollen Laternen die Innenstadt beim größten Martinszug der Stadt. Daniel Bierwald hatte als Sankt Martin Premiere.
Lachende Kinder auf der Neustraße, selbstgebastelte Laternen und Zuckeräpfel von der Martinikirmes in der Hand, ein Leuchten in den Augen, und als der Tambourkorps Dinslaken-Feldmark zu spielen beginnt nur eine einzige Frage im Sinn: „Kommt Sankt Martin?“
Leuchtende Kirchenfenster
Der Martinszug des Heimatvereines ist der größte in Dinslaken und nicht nur für die Kleinen ein Hähepunkt. „Wir freuen uns jedes Jahr ganz besonders auf diesen Zug“, so Thomas Fritz, Vorsitzender des Tambourkorps Dinslaken-Feldmark. An vier Plätzen in der Innenstadt spielten Spielmannszüge und Tambourkorps aus der Umgebung, um später mit Martin und seinem Gefolge zur Burghofbühne zu ziehen. Die Kirchenfenster der Stadtkirche leuchteten ebenso bunt, wie die Laternen der Kinder durch die letzten Sonnenstrahlen des schönen ausklingenden Herbsttages. Klingend riefen auch die Glocken von Sankt Vincentius und der Stadtkirche zur Martinsmesse und zum Singen mit dem Kinderchor „Die Kirchenstrolche“. In der gemütlichen Stadtkirche zeigten die kleinen Sängerinnen und Sänger stolz ihre liebevoll gebastelten Laternen her. Blasse Aquarell-Lampen, mit Transparentpapier beklebte, wild bemalte Laternen und auch Ausgefallenes, wie eine Schalke-Laterne, erleuchteten den Kirchenraum.
Musik & neuer Martin
Die Tambourkorps Dinslaken-Feldmark, Möllen und Oberlohberg und die Spielmannszüge Metelen und Sterkrade sorgten für die typische Martinszugmusik. Der Kinderchor „Die Kirchenstrolche“ sang und zum ersten Mal ritt der ehemalige Herold Daniel Bierwald als Sankt Martin und zerteilte seinen roten Mantel.
Gespannt lauschten die Kleinen der Geschichte vom Martin und dem Bettler und bestaunten mit Pfarrer Ronny Schneider eine 500 Jahre alte Martinsstatue. Beim Martinsklassiker „Ich geh’ mit meiner Laterne“ sangen dann alle kräftig mit, klatschten und stampften auf den Boden im Takt. Der dreijährige Paul Suerbaum ist ein wahrer Sankt-Martin-Fan. Die Lieder kennt er in- und auswendig. „Und er singt sie gerne ganzjährig, zum Einschlafen und eigentlich immer“, erklärte Mutter Claudia lachend.
Draußen vor der Kirche warteten die Kinder dann ganz gespannt auf die Ankunft des Zuges, horchten genau auf die lauter werdende Musik und hielten Ausschau nach dem Mann im roten Mantel auf dem weißen Pferd, um sich ihm und dem Meer aus Schildkröten-, Gespenster-, Drachen, und Mondlaternen anzuschließen.
Sternenhimmel im Burgtheater
Durch die nach Stutenkerlen duftende Innenstadt zogen sie gemeinsam zum Burghoftheater, wo am prasselnd knisternden Feuer der arme Bettler saß. Waren auch am Himmel noch keine Sterne zu sehen, so sorgten die Dinslakener Kinder für einen mindestens so schönen Sternenhimmel am Boden. Gemeinsam besangen sie den von Fackelträgern flankierten, einreitenden Martin und verfolgten die heldenhafte Mantelteilung. Mit dem Stutenkerl in der Hand, die Martinslieder noch auf den Lippen, strömten dann die vielen kleinen Lichter in verschiedene Richtungen in die dunkle Nacht.
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