Voerde: Mit Seifenblasen nach Kathmandu
VON FLORIAN LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 30.07.2010Voerde (RPO). Immer wieder zieht es Trudi Reske aus Voerde nach Nepal. Seit elf Jahren engagiert sich die 61-Jährige für das Sushma Koirala Memorial Hospital in Sankhu, nahe der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu, indem sie dort Hilfe zur Selbsthilfe leistet.
Als Trudi Reske zu ihrem sechswöchigen Besuch in Nepal ankam, erwarteten sie im Krankenhaus in Sankhu besonders viele jüngere Patienten. "Wir hatten sehr viele Kinder mit Deformationen an der Hand und Klumpfüßen da", erzählt die 61-Jährige. Auch der Strom von Verbrennungsopfern reißt nicht ab.
"Die Menschen kochen mit offenem Feuer auf dem Boden ihrer Häuser", sagt die Nepalbesucherin. Bei einem Einkommen von einem Euro am Tag kann sich kaum jemand einen Ofen leisten. Immer wieder kommt es zu Unfällen mit dem Feuer oder zu Verpuffungen bei der Arbeit mit Spirituskochern. Das Resultat: Verbrennungen im Gesicht, an den Armen und am Hals.
Paten und Spenden
Paten Wer eine Patenschaft für einen der Patienten übernehmen möchte, kann sich mit Trudi Reske per E-Mail in Verbindung setzen: trudireske@yahoo.de
Spenden Auch Spenden (zum Beispiel für Verbandsmaterial) sind immer willkommen. Informationen und Spendenkonto gibt es unter www.nepalhospital.de
Paten für Patienten gesucht
Die Anreise zum Krankenhaus geschieht oft zu Fuß. Viele der Patienten sind bis zu zwei Wochen lang unterwegs, bevor sie am Hospital in Sankhu ankommen. Und dort müssen sie dann oft mehrere Wochen oder Monate verbringen, damit ihnen richtig geholfen werden kann. "Die Kinder kommen zumeist mit ihren Vätern, während die Mütter bei der Familie bleiben. Allerdings können die Begleiter in dieser Zeit nicht arbeiten, und natürlich müssen die Patienten und ihre Begleiter etwas zu essen haben."
Für 35 bis 45 Euro pro Monat kann ein Patient mit Begleiter in der Hospitalkantine mit Essen versorgt werden. Trudi Reske sucht nun nach Paten, die diesen Betrag übernehmen könnten. "Ich wurde autorisiert, den Spendern detailliert Auskunft zu geben", sagt die Voerderin. Die Paten bekommen Informationen darüber, wie es ihrem "Patenkind" geht und wie die Behandlung verläuft. Dafür steht Trudi Reske über Internet im ständigen Kontakt mit dem Hospital.
Freude für wenig Geld
Als sie zuletzt nach Nepal reiste, hatte Trudi Reske auch etwas Seifenwasser im Gepäck, mit dem sie mit den Kindern im Hospital Seifenblasen machte. "Wir hatten auch ältere Patienten da, die noch nie in ihrem Leben eine Seifenblase gesehen hatten. So kann man den Menschen schon mit wenigen Cent eine Freude machen", sagt Trudi Reske.
Neben der Beschäftigung der Kinder gehört auch das Putzen zu den Aufgaben der Voerderin im nepalesischen Krankenhaus. "Viele Menschen dort haben nur das, was sie am Körper tragen. Sie verstehen nicht, warum Hygiene so wichtig ist und das muss man ihnen erklären", sagt Trudi Reske. Dabei helfen ihr die Krankenschwestern, die für die Deutsche deren Englisch ins Nepali übersetzen. "Es ist dann immer wieder schön zu sehen, wenn bei meinem nächsten Besuch etwas hängengeblieben ist", sagt die Nepalbesucherin aus Voerde.
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