Voerde: Mit Wickert auf Mörderjagd
VON FLORIAN LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 01.10.2008Voerde (RPO). Einen ganz besonderen Gast erlebten die Besucher von Daniels Autoren-Abend in der Buchhandlung Daniel und Haibach.
Der als Frontmann der „Tagesthemen“ bekannt gewordene Ulrich Wickert las aus seinem Kriminalroman „Der nützliche Freund“.„So voll war die Buchhandlung nur selten“, sagte Ulrike Haibach-Daniel. Kein Wunder. Mit Ulrich Wickert war schließlich ein besonderer Gast vorbei gekommen. Und der ehemalige Frontmann der Tagesthemen stellte sich zuerst selbst einmal die Frage, warum er denn überhaupt auf die Idee kam, Kriminalromane zu schreiben. „Weil ich Krimis eben gerne mag und es mir Spaß macht, sie zu schreiben“, beantwortet er diese Frage direkt selbst.
Von Krimis und Frankreich
Doch bevor es mit der Lesung losgeht, führt Ulrich Wickert sein Publikum in die Geschichte der Kriminalromane ein und erläutert, warum sein neuer Kriminalroman wiederum in Paris spielt. „Es gibt in Frankreich die Stelle der Untersuchungsrichter. Das sind völlig unabhängige Personen, die machen können, was sie wollen“, erläutert er. Und der Protagonist seines neuen Romans „Der nützliche Freund“ ist ein eben solcher Untersuchungsrichter, der auch nicht davor zurückschreckt, den Staatspräsidenten vorzuladen, um einer Spur nachzugehen.
Ulrich Wickert
Ulrich Wickert wurde 1942 in Tokio geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Heidelberg und in Paris, wo seine Kriminalromane spielen. Nach einem Studium in Bonn und den USA, wurde er schließlich Korrespondent bei der ARD, wo er von 1991 bis 2006 die „Tagesthemen“ moderierte.
In diesem Fall wird Jacques Ricou, so der Name der Hauptfigur, durch den Mord an einem Lobbyisten, der im Auftrag des französischen Geheimdienstes Schwarzgeld an deutsche Politiker und Beamte gezahlt hat. Als Aufhänger benutzt Ulrich Wickert dafür die Leuna-Affäre. „Ich schreibe das Ganze so, wie es gewesen sein könnte“, sagt der Autor und Journalist, der natürlich umfangreiche Recherchearbeit betrieben hat.
Dann liest er ein Stück aus seinem Kriminalroman vor. Nur ein Stück einer Nebenhandlung, die seine Hauptfigur in arge Bedrängnis bringt. Der Untersuchungsrichter findet auf der Treppe seines Hauses eine verletzte Frau. Er ruft seinen Freund, einen Arzt an, und nimmt sie mit in die Wohnung. Dort attackiert die Frau ihn mit einem Messer und behauptet dann schließlich noch, er hätte versucht sie zu vergewaltigen. Eine Situation, aus der sich die Hauptfigur mit Hilfe seiner Freunde erst einmal wieder befreien muss, bevor die eigentlichen Ermittlungen weitergehen können.
Ein Roman mit Humor
Dabei geizt Ulrich Wickert nicht mit lustigen Nebengeschichten. So lässt Untersuchungsrichter Jacques Ricou eine Chinesin ohne Aufenthaltsgenehmigung schwarz seine Wohnung putzen. Eine Tatsache, die der Ermittler mit den Worten „Der Papst versteuert seine Putzfrau sicher auch nicht“ kommentiert. Die Zuhörer in der Buchhandlung waren begeistert. Und Ulrich Wickert ließ es sich nicht nehmen, ihnen wie zu früheren Tagesthemenzeiten zum Abschied „einen angenehmen Abend und eine geruhsame Nacht“ zu wünschen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




