Voerde: Miteinander leben
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 20.09.2007Voerde (RPO). Voerde hat vier Stadtteilkoordinatoren. Sie sollen den Integrationsprozess weiter nach vorn bringen. Verstärkte Sprachförderung, ehrenamtliche Dolmetscher für die Elternarbeit und ein Treff für Frauen sind in Planung.
Es wächst was in Voerde. Und darüber ist man nicht nur im Rathaus froh. „Wir haben 2157 Bewohner mit ausländischem Pass in Voerde“, sagte Bürgermeister Leonhard Spitzer. „Wir kommen Gott sei Dank immer mehr in Kontakt miteinander.“ Ein weiterer Schritt zum „Zusammenwachen in Voerde“ – so lautet das Motto des Runden Tisches Integration – war gestern die Ernennung von vier Stadtteilkoordinatoren.
Nilüfer Kahraman erhielt von Bürgermeister Leonhard Spitzer die Urkunde als ehrenamtliche Stadtteilkoordinatorin für Voerde-Mitte und die Rheindörfer. In Friedrichsfeld/Spellen und Emmelsum ist Christine Krüger zuständig. Um Möllen kümmern sich Gabriele Rohr und Simmanni Kamaci. Sie vertreten ihre Stadtteile und koordinieren die Arbeit der Stadtteilgruppen. Zudem halten sie engen Kontakt mit Projektbegleiterin Iris Rutert im Rathaus, die wiederum für eine Vernetzung der Gruppen sorgt.
Treffen
Runder Tisch Möllen tagt am Dienstag, 16. Oktober, 19 Uhr in der Regenbogenschule.
Stadtteilrunde Friedrichsfeld/Spellen/Emmelsum tagt am Donnerstag, 18. Oktober, 18.30 Uhr in der evangelischen integrativen Kita Am Park in Friedrichsfeld.
Stadtteilrunde Voerde-Mitte/Rheindörfer tagt am Montag, 17.30 Uhr im Rathaus Voerde, Raum 325.
Mit 50 000 Euro bezuschusst das Land Nordrhein-Westfalen noch bis Mitte 2008 die Aufbauarbeit der Runden Tische in den Voerder Ortsteilen. „Das Geld ist als Anschubfinanzierung gedacht, um Projekte ans Laufen zu bringen“, erklärte Iris Rutert. Allerdings sei es ein Ziel, die Integrationsarbeit so auszurichten, dass sie auch ohne Zuschuss möglich wäre. „Wir sind sehr froh, die Fördermittel bekommen zu haben, sind aber nicht darauf angewiesen“, sagte sie.
„Für Bürger von Bürgern“ lautet das Motto. Geplant ist eine Vernetzung und Erweiterung der Sprachförderung in allen Stadtteilen, einen Treffpunkt für deutsche und ausländische Frauen einzurichten, einen mehrsprachigen Integrationsführer zu erstellen und ein Internetportal aufzubauen. Zudem ist angedacht, ein Team von Ehrenamtlichen zusammenzustellen, die bei der Elternarbeit in Schulen und Kindergärten als Dolmetscher fungieren. „Es ist schwierig, alle Nationalitäten mit ins Boot zu bekommen“, gab Iris Rutert zu. Auch hieran werde gearbeitet. Gleichwohl überwiegt bei allen Beteiligten der Eindruck, auf einem guten Weg zu sein. Es gebe auch kein Ungleichgewicht mehr bei der Beteiligung von deutschen und nicht-deutschen Voerdern. „In den Stadtteilrunden ist schon sehr viel gewachsen“, so Rutert. „Da ist sehr viel Engagement drin.“ Frank Jessen vom imap-Institut äußerte sich ähnlich. „Ich arbeite seit zwölf Jahren in Möllen“, so Gabriele Rohr. „Ich bin ein optimistischer Mensch. Aber ich hätte nie gedacht, dass wir in so kurzer Zeit so viel erreichen. Es ist etwas in Bewegung gekommen.“ ZWISCHENRUF
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