Duisburg/Dinslaken: "Modernstes Kohlekraftwerk Deutschlands"
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 21.11.2006 - 09:37Duisburg/Dinslaken (RPO). Das Transparent wurde zum Spielball des Unwetters. Regen und Wind zerrten an ihm, ließen es in einem Moment tanzen, im anderen sich blähen oder zusammenschrumpfen. Tapfer kämpfte ein Grüppchen Demonstranten nahe der Einfahrt zum Steag-Werk gegen die Naturgewalten. Einige hundert Meter Luftlinie entfernt nahmen es Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben auf dem Steag-Gelände nicht minder mutig mit Sturm und Regen auf. Doch das war schon alles, was Gegner und Ehrengäste von „Walsum 10“ einte.
Gemeinsam drückten Gabriel und Thoben auf einen Knopf, der die Betonzufuhr eines Mischwagens freigab. Der Bundesminister und seine Kollegin aus dem Land legten das erste Fundament für den Bau des neuen Steinkohlekraftwerks – ein Symbol für den Grundstein eines Projekts, das arg umstritten ist.
Während die Gegner des neuen Kraftwerks zusätzliche Luftbelastungen für Walsum und Umgebung fürchten, feierten die Bauherren Steag und EVN AG den Neubau des „modernsten Steinkohlekraftwerks in Deutschland“. „Mit dem Block ,Walsum 10’ stellen wir uns nicht nur dem Wettbewerb, sondern werden gleichzeitig auch unserer Verantwortung in punkto Versorgungssicherheit und Klimaschutz gerecht“, erklärte Steag-Vorstandschef Dr. Alfred Tacke.
Anfang des Monats hatte die Bezirksregierung Düsseldorf die Zulassung zum vorzeitigen Baubeginn erteilt. Grundlage war ein Vorbescheid vom Juli. Steag und EVN versprechen mit dem Kraftwerksbau „erhebliche Beschäftigungseffekte“ für Nordrhein-Westfalen. Derzeit sind 170 Mitarbeiter am Standort beschäftigt. In Spitzenzeiten sollen es mehr als 1000 Fachleute sein. 60 neue Arbeitsplätze werden entstehen.
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