Dinslaken: Mühmerts "Entschuldigung"
zuletzt aktualisiert: 03.04.2009Dinslaken (RPO). "Tatsache ist, dass ich mich bei meiner Wortwahl in unzulässigerweise Weise vergriffen habe. Hierfür möchte ich mich in aller Form, auch bei Herrn Helge Gilberg, entschuldigen."
Dieser Satz, der wie eine Entschuldigung klingt, steht in einer Presseerklärung, die der Bürgermeisterkandidat der Offensive Dinslaken, Heinrich Mühmert, am Donnerstag verbreitete. In seiner Haushaltsrede im Rat am Dienstag hatte Mühmert den früheren Eppinghovener Karnevalsprinzen Helge Gilberg, wie berichtet, als "schwulen Wicht" tituliert.
Gilberg hatte daraufhin am Mittwoch Strafanzeige erstattet. Dabei bleibt er auch. Die "Entschuldigung" Mühmerts, so machte er im Gespräch mit der Rheinischen Post deutlich, kann er nicht akzeptieren. Sie ist auch keine, denn in seiner Presseerklärung fährt Mühmert fort: "In der Sache selbst allerdings habe ich nichts zu revidieren. Die von mir vertretene Offensive Dinslaken ist nach wie vor der Auffassung, dass Herr Gilberg seine Rolle als Karnevalsprinz dazu missbraucht hat, seine sexuelle Orientierung überzubetonen und in diesem Zusammenhang anderen in einer Weise zu nahe getreten ist, die auch zu Karnevalszeiten sich nicht hat rechtfertigen lassen."
Die Offensive Dinslaken verwahre sich gegen die Versuche einzelner homosexueller Repräsentanten, ihre Orientierung überzubetonen und den Eindruck zu erwecken, schwul zu sein, sei ein besonderer Vorzug.
Nach dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Heinz Wansing, der bereits am Mittwoch in einer an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassenden Erklärung den Rückzug Mühmerts aus der Politik gefordert hatte, hat gestern auch die grüne Ratsfraktion Mühmert aufgefordert, auf seine Bürgermeisterkandidatur zu verzichten und sein Ratsmandat niederzulegen. Mühmert habe dem Rat und der Stadt schweren Schaden zugefügt und gegen das Antidiskrimierungsgesetz verstoßen, sagte Fraktionschef Professor Dieter Oelschlägel.
Die Eppinghovener Karnevalsgesellschaft "We sind wer dor" verlangt eine eindeutige Entschuldigung von Mühmert. "Die KG ,We sind wer dor' hat in der Session 2007/2008 mit dem homosexuellen Prinzen Helge und der heterosexuellen Prinzessin Susanne bewiesen, dass man gemeinsam und ohne Vorurteile eine Session mit viel Humor und Spaß am Karneval erfolgreich erleben kann", heißt es in einer Erklärung des Vorstands.
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