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Dinslaken: Musicalisches Feuerwerk

VON LENA STEEG - zuletzt aktualisiert: 18.08.2008

Dinslaken (RPO). 2000 Besucher drängten sich am Samstagabend im Burgtheater. Zur zehnten Sommernacht des Musicals hatten nicht nur die Darsteller einen weiten Weg auf sich genommen. Zuschauer aus ganz NRW feierten ihre Stars.

Das Dinslakener „Urgestein des Musicals“, Jessica Kessler, begeisterte ihre Heimatstadt mit der Interpretation des „We will rock you“-Stücks „Somebody to love“. Gemeinsam mit Kollegin Maricel rüttelte die 27-Jährige das Publikum mit dem wilden „Mozart“-Titel „Irgendwo wird immer getanzt“ so richtig auf.   Foto: RPO
Das Dinslakener „Urgestein des Musicals“, Jessica Kessler, begeisterte ihre Heimatstadt mit der Interpretation des „We will rock you“-Stücks „Somebody to love“. Gemeinsam mit Kollegin Maricel rüttelte die 27-Jährige das Publikum mit dem wilden „Mozart“-Titel „Irgendwo wird immer getanzt“ so richtig auf. Foto: RPO

Die zehnte Sommernacht des Musicals endetet mit etwas, das sie schon den ganzen Abend hinweg geboten hatte: einem imposanten Feuerwerk. Das eine, die Finalknallerei, zeichnete gegen 23 Uhr leuchtend bunte Farben in den tiefschwarzen Nachthimmel über der Altstadt. Das andere, das musikalische und darstellerische, hatte bereits seit Showbeginn um 19.30 Uhr unablässig gefunkelt.

Ein fulminantes „Best of“

„Das Beste aus zehn Jahren“ hatte Veranstalter und Moderator Thomas Bauchrowitz angekündigt – und hielt sein Versprechen. Alte Freunde der Dinslakener Musicalnacht stürmten nach- und miteinander die Bühne; alles bewegte sich an diesem Abend im Superlativ: Die Großen des Showgeschäfts gaben sich in eleganten Abendroben und glänzenden Anzügen das Mikro in die Hand und schmetterten die erfolgreichsten Hits der Musicalgeschichte. Konsequent, hatte die Sommernacht in ihrer nunmehr zehnjährigen Geschichte immerhin über 150 Lieder und knapp 70 Interpreten präsentiert. Wer da im Vorfeld ein „Best of“ verspricht, der legt die Messlatte hoch.

Vielleicht verteilte Thomas Bauchrowitz, der mit gewohnt lässiger Geste die bombastische Show moderierte, deshalb zu Beginn des Spektakels kleine „Piccolöchen“ Sekt im Publikum. Doch war Bestechung oder künstliche Stimmungshebung nicht nötig, eröffnete die niederländische Musicaldarstellerin Pia Douwes die Jubiläumsnacht doch mit dem „Dirty Dancing“-Klassiker „Time of my live“. Wer da noch ungerührt blieb, hatte immerhin drei Stunden Zeit, sich in den Bann der Interpreten ziehen zu lassen. Die holten mit hoher Sangesqualität und leichtfüßiger Darstellung die Shows der großen Weltbühnen ins Dinslakener Burgtheater. Eine kleine Sensation dabei: Die beiden prägenden Darstellerinnen der „Elisabeth“ Pia Douwes, die von 1992 bis 1994 die Kaiserin in Wien spielte, und Maya Hakvoort, die die Rolle 2003 bis 2005 im „Theater an der Wien“ übernahm, trafen an diesem Abend zum ersten Mal auf einer Bühne aufeinander. Und teilten sich den Aufritt zu „Ich gehör nur mit“ schwesterlich und Hand in Hand.

Auch ein Wiedersehen mit vielen anderen „alten Bekannten“ bescherte Thomas Bauchrowitz dem Publikum. Jerzy Jeszke, die Urbesetzung des Musicals „Les Miserables“ und ehemaliges „Phantom der Oper“ aus Hamburg überzeugte besonders beim „Phantom Duett“ mit Pia Douwes. Ebenso wie Yngve Gasoy Romdal, der dem Publikum noch durch seinen unvergesslichen Regen-Auftritt bei der Sommernacht 2004 in Erinnerung war, und diesmal, zwar noch mit argwöhnischem Blick gen Himmel, aber völlig trocken bleibend, Stücke aus „Mozart“ und „Jesus Christ Superstar“ zum Besten gab.

„Lecker Schnittchen“ am Mikro

David Moore, den Kollegin Maricel als „lecker Schnittchen“ ankündigte, überzeugte mit „Bui Doi“ aus dem Musical „Miss Saigon“, in dem er 1990 die Erstbesetzung des „John“ spielte. Maricel, selber durchaus als „lecker Schnittchen“ zu beschreiben, rockte Bühne und Publikum beim Aida-Fetzen „Sinn für Stil“ und tänzelte grazil in Badetuch und Turban vor den Musikern umher. Besonderes Schmankerl für alle Fans von Jessica Kessler: Die gebürtige Dinslakenerin animierte mit „Somebody to love“ aus „We will rock you“ und, gemeinsam mit Martin Berger, mit einem Auszug aus „Tanz der Vampire“ zu standing ovations.

Bei so viel musikalischer Munition mutet das Himmels-Feuerwerk am Ende fast ein bisschen blass an.

Quelle: RP

 
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