Dinslaken: Mutmacher mit Schwert
VON HEINZ SCHILD - zuletzt aktualisiert: 25.11.2010Dinslaken (RPO). Er bezeichnet sich selbst als Ermutiger und Überlebensberater. Beim Forum der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe faszinierte und begeisterte Johannes Warth sein Publikum in der voll besetzten Kathrin-Türks-Halle.
Johannes Warth
1961 geboren wuchs Johannes Warth in Bad Waldsee (Oberschwaben) auf. Früh widmete er sich der Musik, studierte Schauspielkunst und arbeitete beim Theater. Seit 1994 widmet er sich dem Motivations- und Team-Training, hält Vorträge bei Unternehmen zur Personalführung und -entwicklung.
"Wir brauchen Ziele, wer kein Ziel hat, irrt umher." Johannes Warth hatte sich deshalb sein Ziel gleich selbst mitgebracht. Er stellte eine brennende Kerze etwa in Augenhöhe auf einen Ständer der Stadthallenbühne. Nachdem er seinen englischen Langbogen ausgepackt, sich einen Köcher mit drei Pfeilen auf den Rücken geschnallt hatte, erklärte er dem verdutzten Publikum, dass er nun die Flamme ausschießen werde. Ungläubiges Staunen. Dann spannte er den Bogen und schoss. Knapp vorbei, doch jetzt wusste jeder: Der Mann meint es tatsächlich ernst. Beim dritten Schuss gelang ihm dann das Kunststück, und Warth wurde mit begeistertem Applaus bedacht.
Ein Schwabe aus Oberschwaben
Der 49-jährige "Schwabe aus Oberschwaben", wie er sich vorstellte, nahm die Gäste der Sparkasse mit auf eine überaus unterhaltsame Reise. Er zeigte ihnen "Sieben Schritte zum Erfolg" und beantwortete gleichzeitig die drängende Frage "Wie überlebe ich im 21. Jahrhundert?" Wer von dem Mann in der knittrigen Cordhose, der Hemd mit Krawatte unter der Weste zum Sakko trug, einen trockenen Vortrag erwartet hatte, wurde aufs Angenehmste überrascht.
Johannes Warth füllte die Bühne ganz aus, schritt auf und ab, wandte sich plaudernd ans Publikum, schlüpfte in verschiedene Rollen, sorgte ebenso für Lacher wie für nachdenkliche Betroffenheit. Immer mal wieder streute er eine artistische Einlage ein, um eine seiner Thesen zu verdeutlichen. Er jonglierte mit drei Kugeln, um den Unterschied zwischen einem Könner und einem Nachahmer augenfällig zu verdeutlichen. Er griff zum Schwert und legte mit hieb- und stichfesten Argumenten dar, dass die Regeln des Schwertkampfes die gleichen wie die der menschlichen Kommunikation sind. Als er dann zehn Sparkassenmitarbeiter zum Tauziehen auf die Bühne bat, wurde das, was anfangs wie ein Wettkampf gegeneinander aussah, zu einer Gemeinschaftsleistung. Denn als das Seil gespannt war, stellte Warth sich darauf und hielt die Balance. Vorfreude beim Publikum löste die Ankündigung Warths aus, nach dem Motivationssong "Ich bleib gut drauf" einen Umzug zu starten, der von den beiden Sparkassendirektoren und den Bürgermeistern von Dinslaken, Voerde und Hünxe angeführt werde.
Rund 90 Minuten lang forderte der professionelle Mutmacher das ihm schon fast andächtig lauschende Publikum dazu auf, "sich den Herausforderungen zu stellen, denn sonst unterliegt man den Problemen". Den Weg zum Erfolg beschrieb er in sieben Schritten. Die Grundvoraussetzung: Authentizität, Echtheit. "Denn der Erfolg beginnt mit der Einstellung", sagte Warth, wer mit sich und der Welt hadere, gehöre schon zu den Verlierern. Er nahm sein Publikum an die Hand, ließ es ein Wechselbad der Gefühle durchleben, vermittelte Denkanstöße, zeigte oftmals ungewohnte Perspektiven auf. Und immer wieder sein Credo, sich mutig den beruflichen und privaten Problemen zu stellen, Verantwortung zu übernehmen. Dabei ließ er keinen Zweifel daran aufkommen, dass der Erfolg erarbeitet sein will und niemandem in den Schoß fällt. Die Zuhörer dankten mit viel Applaus.
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