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Dinslaken: Nachdenken und anhalten

VON FLORIAN LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 29.07.2009

Dinslaken (RPO). Stopp-Schilder und rote Ampeln werden gerne mal überfahren. Gegen diese Verkehrssünden zieht der Auto Club Europa (ACE) mit der Aktion "Denk dran. Halt an!" ins Feld.

Maria Deimel, ACE-Verkehrsrechtsexpertin, Walter Stark, ACE-Vorsitzender und Peter Steinhoff, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht (v.l.) präsentierten die jüngste Aktion des Autoclubs.  Foto: RPO
Maria Deimel, ACE-Verkehrsrechtsexpertin, Walter Stark, ACE-Vorsitzender und Peter Steinhoff, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht (v.l.) präsentierten die jüngste Aktion des Autoclubs. Foto: RPO

Ein Stopp-Schild mit einem Verband am Kopf und eine Ampel mit dickem Pflaster auf dem gelben Licht und Rückenschmerzen. Die beiden Comicfiguren werben für die neue Aktion des Auto Club Europa (ACE), bei der es darum geht, dass Autofahrer an Stopp-Schildern und roten Ampeln wieder mehr halten sollen.

"Denk dran. Halt an!" heißt das Projekt, in dessen Rahmen ACE-Mitglieder auch in Dinslaken und Voerde bei Stichproben zählten, wie viele Rad-, Auto- und Lkw-Fahrer die Verkehrszeichen ignorieren.

Die Ergebnisse der kleinen Verkehrsüberwachung sind besorgniserregend. Zwar düsen weniger als ein Prozent der Verkehrsteilnehmer in Dinslaken und Voerde bei Rot über die Ampel, dafür lassen sich fast 70 Prozent von Stopp-Schildern nicht aufhalten. Und damit ist der hiesige Kreis des ACE vorletzter in dieser Wertung.

Info

Auto Club Europa

Mitglieder: Mit rund 550 000 Mitgliedern ist der ACE mit Sitz in Stuttgart der zweitgrößte Automobilclub in Deutschland.

Service: In Deutschland hat der ACE über 500 Servicebetriebe mit mit rund 3000 Fachleuten unter Vertrag, die pro Jahr mehr als 90 000 Fahrzeuge reparieren.

Internet: Mehr zum ACE gibt es im Internet unter www.ace-online.de

Nur in Düsseldorf finden die roten Achtecke mit der weißen Schrift noch weniger Beachtung. Kein Kavaliersdelikt, wenn man bedenkt, dass die Missachtung der Schilder 2007 für mehr als 40.000 Unfälle mit Personenschäden und mehr als 300 Verkehrstote sorgte.

Kritische Selbstbetrachtung

"Wir wollen den Menschen den Spiegel vorhalten", sagt Stefan Rakowski, Leiter des ACE-Projektes für Nordrhein-Westfalen. Statt mehr Strafen sollen die Verkehrsteilnehmer auf ihre Fehler und die möglichen Konsequenzen hingewiesen werden. Hier sieht er allerdings auch an einigen Stellen die Verkehrsplaner in der Pflicht.

"An einigen Stellen sollte man den Verkehr eventuell anders regeln. Was bringt ein Stopp-Schild, wenn niemand darauf achtet?", fragt er. Das Problem sieht Peter Steinhoff, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht, eher weniger. "Es wird eigentlich immer genau geprüft, wo welches Schild hinkommt", sagt er, kennt aber auch einzelne Fälle, wo andere Lösungen wünschenswert wären.

Und wo man beim Überfahren von Stopp-Schildern, jedenfalls was Geldstrafen angeht, vergleichsweise glimpflich davonkommt, wird bei Rotsündern hart durchgegriffen. "Die Strafen wurden da drastisch erhöht", sagt ACE-Verkehrsrechtsexpertin Maria Deimel.

Noch schnell über die rote Ampel huschen, kann da schon mal 90 Euro kosten (früher 50 Euro) und dazu gibt es drei Punkte in Flensburg. War die Ampel länger als eine Sekunde rot, und es kommt zu einem Unfall mit Sachschaden, werden sogar 360 Euro fällig. Dazu gibt es vier Punkte und vier Wochen Fahrverbot. Drastische Strafen, aber gerechtfertigt, wenn man davon ausgeht, dass Rotlichtsünden im Jahr 2007 für mehr als 7000 Unfälle mit Personenschäden sorgten, bei denen mehr als 50 Menschen zu Tode kamen.

Hohes Ziel gesetzt

Beim ACE hat man die Vision, eines Tages keine Schwerverletzten und Toten mehr aufgrund überfahrener roter Ampeln oder übersehener Stopp-Schilder zu haben. Bis dahin wird man beim Auto Club Europa allerdings noch viel Arbeit leisten müssen.

Quelle: RP

 
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