Dinslaken: Nur Produkte mit Geschichte
VON FLORIAN LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 02.09.2010Dinslaken (RPO). Der Eine Welt Laden in Dinslaken wird 30 Jahre alt. Über die Jahrzehnte hat sich viel verändert, besonders im Sortiment, das vor allem aus fair gehandelten und biologisch angebauten Produkten besteht.
Eine Welt Laden
Öffnungzeiten Die 18 ehrenamtlichen Mitarbeiter öffnen das Geschäft montags bis freitags von 10 bis 12.30 Uhr und von 15 bis 18.30 Uhr. Samstags ist von 10 bis 13 Uhr Verkauf.
Ausstellung Zum 30-jährigen Bestehen des Ladens ist eine Ausstellung im Dinslakener Rathaus zu sehen. Diese ist montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr geöffnet.
www.eineweltladen- dinslaken.de
Schon ein Blick durch das Schaufenster lässt erahnen, dass es sich bei dem Geschäft auf der Duisburger Straße um keinen gewöhnlichen Laden handelt: Bunt bemalte Holzfiguren in Form von Elefanten und Giraffen tummeln sich dort vor afrikanisch anmutenden Tabletts. Betritt man das Geschäft, wird erst die ganze Breite des Angebots sichtbar. In einer Ecke finden sich Schmuck und Ledertaschen, in der anderen handgeschöpftes Büttenpapier und Kugelschreiber. Holzlöffel treffen auf Weingläser, und damit diese nicht leer bleiben, erwartet die Besucher ein Regal mit Rebensäften aus Südamerika. Ein Kramladen, könnte man sagen – allerdings im positiven Sinne. "Hier kann man eigentlich alles bekommen. Und was wir nicht hier haben, können wir bestellen", sagt Edith Bruckwilder, Vorsitzende der Eine Welt Gruppe Dinslaken.
Seit 30 Jahren bieten deren Mitglieder im Eine Welt Laden fair gehandelte Waren an.
Vom Hinterhof ins eigene Haus
Vor drei Jahrzehnten rückte die Idee des fairen Handels immer mehr in öffentliche Interesse. In Dinslaken wurde das Thema vor allem in den unterschiedlichen Gruppen der Kirchengemeinden besprochen. "Besonders Schüler aus der Oberstufe haben sich dafür interessiert", erinnert sich Edith Bruckwilder. Und so kam es dann dazu, dass der erste Eine Welt Laden in Dinslaken eröffnet wurde – damals in der Wohnung des Kaplans Heinrich Knechten. "Das Geschäft war quasi sein Wohnzimmer", sagt Edith Bruckwilder.
Schließlich zog die Gruppe um, erst in einen schwer zugänglichen Raum über einem Elektrofachhandel und schließlich in verschiedene Geschäftsräume an der Duisburger Straße. "Wir fühlen uns in der Altstadt sehr wohl", sagt die Vorsitzende der Eine Welt Gruppe.
Seit 1994 werden die Produkte nun an derselben Stelle verkauft, und das Geschäft hat sich mittlerweile auf das erste Stockwerk ausgeweitet. Erweitert hat sich auch die Palette der Güter, die es zu kaufen gibt. Wo einst Kakaopulver alleine im Regal stand, finden sich heute verschiedenen Sorten aus unterschiedlichen Ländern und dazu verschiedene Schokoladen vom Riegel bis zur Spezialität mit Kardamom oder Fleur de Sel. "Hier hat jedes Produkt eine eigene Geschichte", sagt Edith Bruckwilder. Ob es nun Marmeladen sind, deren Erlös zum Teil in die Bekämpfung von Kinderprostitution fließt, oder tibetanische Klangschalen, die von den Angehörigen von Leprakranken hergestellt werden.
DIN-Kaffee für alle
Der beliebteste Artikel im Eine Welt Laden ist der "DIN-Kaffee", der aus der Idee heraus entstand, ein Produkt mit der Stadt zu verknüpfen. "Mittlerweile konnten wir ihn etablieren", sagt Edith Bruckwilder. Pfarreien und die Stadtverwaltung sind Kunden, genau wie einige Restaurants und weitere Geschäfte, die mit der speziellen Mischung handeln. "Für den DIN-Kaffee mussten wir extra einen Raum mieten", sagt Edith Bruckwilder.
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