Dinslaken: Pferdefreunde feiern Idole
VON FLORIAN LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 24.11.2011Dinslaken (RP). Bei der Gala "Ritte des Jahrhunderts" der Deutschen Reiterlichen Vereinigung in der Walsumer Stadthalle stand viel Reitprominenz auf der Bühne. Außerdem gab es Einblicke in fast 100 Jahre Pferdesportgeschichte.
Es sind die wohl rührendsten Augenblicke des gesamten Abends. Auf einer großen Leinwand sieht man Isabell Werth weinen. Es sind Freudentränen, die sie vergießt, hat sie doch gerade bei den Weltreiterspielen in Aachen vor rund 50 000 Zuschauern mit ihrem Pferd Satchmo den Ritt ihres Lebens hinter sich gebracht. Mannschaftsgold, Weltmeister-Titel im Grand Prix Spécial, Bronzemedaille in der Kür.
Die Aufnahmen stammen aus dem Jahr 2006 und gehören zum persönlichen "Ritt des Jahrhunderts" der Dressurreiterin aus Rheinberg. "Das war das großartigste Erlebnis, das ich bisher im Sport hatte", sagt die Olympiasiegerin, die diese Aufnahmen in der Walsumer Stadthalle, wie das Publikum der Gala "Ritte des Jahrhunderts", noch einmal gesehen hatte.
Weitere Gäste
Befragt Auf der Bühne fanden sich auch Frank Ostholt und Ehefrau Sara, Johann Hinnemann, Sönke Sönksen, Dr. Hanno Dohn und Mäzenin Madeleine Winter-Schulze ein.
Abgesagt Kurzfristig musste Springreiter Ludger Beerbaum seine Teilnahme absagen.
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Stars auf der Bühne
Isabell Wert ist nicht die einzige Größe des deutschen Reitsports, die bei der Veranstaltung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung auf der Bühne erscheint, um mit dem Moderatorenduo Petra Hartmann und Christoph Hess über den Pferdesport und Privates zu plaudern. So ist zum Beispiel Nicole Uphoff-Selke zu Gast, die über ihre Erlebnisse mit Westfalenwallach Rembrandt redet, mit dem sie bei den Olympischen Spielen 1988 und 1992 insgesamt vier Goldmedaillen gewann. "Rembrandt war fürchterlich intelligent und hat es geliebt, sich dem Publikum zu präsentieren. Er hatte sogar eigene Fans, die ihm Post zum Geburtstag schickten", erzählt die Dressurreiterin. Die Zuschauer schmunzeln.
Einen besonderen Auftritt hat Voltigier Weltmeister Kai Vorberg. Mit einer Klaviermelodie und Gesang stellt er sich dem Publikum vor. Dann berichtet er über seinen Bandscheibenvorfall, der für ihn den Abschied vom Leistungssport bedeutete.
Für einen guten Zweck
Ein Höhepunkt der besonderen Art ist auch der Auftritt von ParaWeltmeisterin Dr. Angelika Trabert und Paralympics-Gewinnerin Hannelore Brenner. Beide sind, trotz körperliche Einschränkungen, auf dem Rücken ihrer Pferde sehr erfolgreich. "Das ist gelebte Integration. Auf dem Anreiteplatz werde ich genau so umgeritten, wie alle anderen", scherzte Dr. Angelika Trabert und berichtete von ihren Erfahrungen im Sport. "Ohne Unterstützung wird es für uns keinen Nachwuchs geben", warnt sie allerdings auch.
Der Erlös der Gala geht an den Para-Equestrian Fond des Deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten, mit dem Reitsport mit Handicap unterstützt wird.
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