Dinslaken: Politik für die Stadtteile
VON JÖRG WERNER - zuletzt aktualisiert: 08.08.2009Dinslaken (RPO). CDU-Bürgermeisterkandidat Heinz Wansing hat am Freitag seine Vorstellungen von einer Politik für die Dinslakener Stadtteile vorgestellt. An seiner Seite: Professor Dieter Oelschlägel, noch Fraktionsvorsitzender der Grünen.
Schon mancher "Pate", der Heinz Wansing bei der Vorstellung seiner Themenpapiere begleitete, hat für überraschtes Aufhorchen gesorgt. Der gestrige tat dies ganz besonders. Immerhin ist Professor Oelschlägel noch Fraktionsvorsitzender der Dinslakener Grünen, und die haben ja bekanntlich eine eigene Kandidatin ins Rennen ums Bürgermeisteramt geschickt.
Das ließ Oelschlägel allerdings kalt. Ihm gehe es um das Sachthema, erklärte er auf entsprechende Nachfrage. Oelschlägel arbeitet seit mehr als 30 Jahren wissenschaftlich am Thema "Stadtteile und ihre Entwicklung", und er hat intensive praktische Erfahrung im Forum Lohberg gesammelt. Wansing jedenfalls freute sich sichtlich, "einen derart ausgewiesenen Experten" für das Thema gewonnen zu haben, mit dem er im Vorfeld sein Themenpapier diskutiert habe. Und natürlich hatte der Wissenschaftler deutlich detailliertere Vorschläge, als sie sich auf einem Wahlkampfthemenpapier unterbringen lassen.
Integrierte Konzepte
Heinz Wansing will das, was es beispielsweise mit Jugendhilfeplanung, Schulentwicklungsplan und Sozialbericht in Teilbereichen schon gibt, auf andere Felder ausdehnen. Auch die Stadtplanung und die wirtschaftliche Entwicklung müssten in die Stadtteildiskussion einbezogen werden, damit integrierte Handlungskonzepte entwickelt werden können.
Unter dem Motto "Dinslaken, die Stadt, die ihre Bürger beteiligt" will Wansing, für den Fall, dass er zum Bürgermeister gewählt wird, ab 2011 zu Stadtteilkonferenzen einladen, in denen die Bewohner ihre Vorstellungen einbringen können. Wichtig ist Wansing dabei, dass dabei alle Stadtteile einbezogen werden.
Dinslaken sei auch deshalb besonders reizvoll, weil es so vielschichtig sei. Jeder Stadtteil habe seine eigenen Fragestellungen und brauche Konzepte, die auf ihn zugeschnitten seien. Beim Entwicklungsprozess in Lohberg, habe man gelernt, die Bürgerinnen und Bürger in die Verantwortung und Entwicklung einzubeziehen. Es dürfe aber nicht der Eindruck entstehen, dass sich alles ausschließlich auf Lohberg konzentriere. Wansing wünscht sich einen derartigen Prozess auch für die anderen Stadtteile. Dabei könne man von den Lohberger Erfahrungen profitieren.
Professor Oelschlägel machte deutlich, dass es nicht bei den Stadtteilkonferenzen bleiben dürfe. Aus diesen müssten sich – wie etwa im Forum Lohberg – eine dauerhafte Einbeziehung und Beteiligung der Bürger mit festen Ansprechpartnern im Rathaus entwickeln. Stadtteilentwicklung sei eine "Sache auf Zeit". Zunächst gelte es eine gesicherte Basis von Daten und Fakten zur Entwicklung der Stadtteile zu erarbeiten.
Oelschlägel erinnerte daran, dass es einmal eine Arbeitsgruppe zur demographischen Entwicklung gegeben hat. Deren Arbeit müsse wieder aufleben. Wichtig, so Wansing und Oelschlägel übereinstimmend sei es in diesen Beteiligungsprozess auch die Jugendlichen einzubeziehen und zwar nicht getrennt von, sondern gemeinsam mit den Erwachsenen.
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