Dinslaken: Politik ringt um Sekundarschule
VON JÖRG WERNER - zuletzt aktualisiert: 14.12.2011Dinslaken (RP). Der Schulausschuss hat den Beschluss zur Errichtung einer Sekundarschule gestern noch einmal bis zum Rat vertagt. Sinn der Übung ist es, eine möglichst große politische Mehrheit für die neue Schulform zusammenzubringen.
Die Verwaltung hatte die Hausaufgaben, die ihr die Bezirksregierung in der vergangenen Woche aufgegeben hatte, zügig erledigt. Sie präsentierte dem Schulausschuss gestern eine ausführliche Beschlussvorlage. Zu ausführlich, um darüber sofort entscheiden zu können, wie zumindest die CDU befand.
Ihr schulpolitischer Sprecher Michael van Meerbeck meldete weiteren Beratungsbedarf an und bat darum, die Entscheidung in den Rat zu vertagen. Seine Fraktion wolle auch am Donnerstag noch ein Gespräch mit Vertretern der Schulkonferenz der Jeanette-Wolff-Realschule führen, die sich bekanntlich gegen die geplante Auflösung ihrer Schule ausgesprochen hatte. Dies, so van Meerbeck, nehme sein Fraktion sehr ernst. Ziel bleibe es aber, eine möglichst breite politische Mehrheit für die Sekundarschule zu Stande zu bringen. Weil sie dieses Ziel teilen, stimmten auch SPD, Unabhängige Bürgervertretung und Grüne der Vertagung zu, machten dabei aber deutlich, dass sie dem Beschlussvorschlag der Verwaltung folgen werden.
Viel Arbeit für den Rat
Etat Eigentlich sollte im Mittelpunkt der Ratssitzung am Dienstag, Beginn 17 Uhr, im Rathaus tagt, die Einbringung des Haushaltsentwurfs für 2012 sein.
Entscheidungen Da die Fachausschüsse, wie der Schulausschuss im Fall der Sekundarschule, aber nicht viel Vorarbeit geleistet haben, darf sich die Politik noch auf längere Diskussionen einstellen.
Antrag der Linken
Die Linken werden dies nicht tun. Sie kamen erneut mit dem Antrag, dass die Verwaltung Vorschläge zur Schaffung einer zweiten Gesamtschule erarbeiten soll. Bis dahin sollen die beiden Dinslakener Hauptschulen und die Jeanette-Wolff-Realschule weitergeführt werden. Auch über diesen Antrag wird erst im Rat beraten.
Die Verwaltung dagegen schlägt die Errichtung der Sekundarschule zum 1. August 2012 vor. Ab diesem Zeitpunkt sollen dann die Volksparkschule und die Hauptschule im Hiesfelder Schulzentrum aufgelöst werden. Beide Schulkonferenzen haben dem zugestimmt. Auch die Jeanette-Wolff-Schule soll ab diesem Zeitpunkt auslaufen. Hier hat sich die Schulkonferenz allerdings dagegen ausgesprochen, was die Schulpolitik nicht bindet.
Anders als bislang geplant soll die Sekundarschule fünfzügig beantragt werden. Das ist Wunsch der Bezirksregierung nach den Ergebnissen der Elternbefragung. Dies hatte allerdings zur Folge, dass die Verwaltung das Raumkonzept noch einmal überarbeiten musste, denn die Gebäude der Volksparkschule bieten einer fünfzügigen Sekundarschule nur Raum für die ersten drei Jahrgänge. Einen Ausbau der Schule – er würde geschätzte 6,5 Millionen Euro kosten – hält die Verwaltung mit Blick auf die Haushaltslage allerdings für nicht vertretbar. Deshalb sollen die Jahrgänge 8 bis 10 ab 2015 in den Räumen der heutigen Jeanette-Wolff-Realschule untergebracht werden.
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