Voerde: Politik schließt Gesamtschule
VON ULRICH SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 22.12.2010Voerde (RPO). SPD, CDU und FDP wollen die Gesamtschule in Voerde auslaufen lassen. Es wird demnach kein neuer Jahrgang mehr aufgenommen. Die drei Fraktionen, die eine klare Mehrheit im Rat bilden, wollen die Realschule nicht schwächen.
Selbst die SPD, von Hause aus der Gesamtschule ebenso wie dem neuen Modell der Gemeinschaftsschule ja zugeneigt, sieht keine Alternative. "Neben der Umwandlung der Realschule in eine Verbundschule oder Realschule Plus gibt es keine vernünftige Option, die auf Dauer halten kann", sagte Fraktionsvorsitzender Wolfgang Scholten gestern auf RP-Anfrage.
Seine Fraktion hatte ebenso wie die CDU-Fraktion am Montagabend die einschneidende Entscheidung getroffen: die Gesamtschule wird geschlossen. Damit besteht bereits eine deutlich ausreichende Ratsmehrheit. Hinzu kommt noch die FDP, die gleicher Meinung ist.
Schnell Klarheit für Eltern
Realschule Plus
Konzept Für eine Realschule Plus würde der Voerder Realschule ein Hauptschulzweig mit voraussichtlich zwei Zügen angegliedert.
Befürworter SPD, CDU und FDP bevorzugen diese Variante.
Skepsis Die Stadtverwaltung hat in einer Ausschussvorlage festgestellt, eine Realschule Plus sei in Voerde nicht genehmigungsfähig. Es könne aber ein entsprechender Schulversuch beantragt werden.
Die Abstimmung soll in einer Sondersitzung des Stadtrates am 26. Januar erfolgen. CDU-Fraktionschef Hans-Dieter Langenfurth hält es im Sinne der Eltern jedoch für geboten, die Entscheidung vorzuziehen. Sie sollen möglichst schnell Klarheit darüber bekommen, an welche weiterführenden Schulen in Voerde sie ihre Kinder anmelden können.
Das Aus der Gesamtschule bedeutet nicht die sofortige Schließung. Alle aktuellen Jahrgänge werden bis zum Schulabschluss weitergeführt. Es werden aber keine neuen Jahrgänge mehr aufgenommen, so dass die Gesamtschule ausläuft.
Die SPD begründete ihren Entschluss aus zwei Blickrichtungen. Erstens sei der Erhalt der Gesamtschule nicht möglich, weil die Anmeldezahlen viel zu gering seien. Zweitens sei die Gemeinschaftsschule in Voerde keine vernünftige Alternative, schließlich müssten Gymnasium und Realschule aufgelöst werden, um sie einzuführen. Scholten sagte: "Und beide Schulen machen einen guten Job, sie werden von den Eltern angenommen. Diese Schulen nun aufzulösen – das können wir nicht machen. Wir müssen für die Kinder entscheiden, nicht ideologisch."
Hans-Dieter Langenfurth betonte für seine Fraktion, dass der Entschluss gegen den Erhalt der Gesamtschule einstimmig gefallen sei. "Alle anderen Optionen sind aus dem Rennen. Wir müssen also eine Entscheidung treffen, um den Eltern keine unnötige Unsicherheit zuzumuten. Sonst wären wir als Politiker ignorant", sagte Langenfurth der RP.
In Richtung der Grünen, die nach wie vor auch andere Optionen als die Schließung der Gesamtschule geprüft wissen will (RP berichtete), sagte der CDU-Ratsherr: "Das ist nicht das Beste für die Kinder, wie die Grünen behaupten. Nein, das ist unredlich."
FDP-Fraktionschef Bernhard Benninghoff vertritt die gleiche Meinung wie CDU und SPD: "Gymnasium und Realschule dürfen nicht angetastet werden. Die Gesamtschule muss zu Ende geführt werden, denn es besteht keine Chance, sie zu halten."
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