Dinslaken: Polonäse mit Pastor
VON STEFFEN PENZEL - zuletzt aktualisiert: 05.02.2008Dinslaken (RPO). Beim traditionellen Rosenmontags-Frühschoppen der „Eppinghovener Tor“-Nachbarschaft ging es närrisch zu. Ronny Schneider und Klaus Lasse sorgten dabei für schunkelnde Reihen – und ordentlich Muskelkater.
Diejenigen Mitglieder der „Eppinhovener Tor“-Nachbarschaft, die dachten, sie könnten sich entspannt zurücklehnen während Ronny Schneider da vorne seine Späßchen trieb, wurden schnell eines Besseren belehrt. Los ging es für die bunt verkleidete Narrenschar zunächst mit einer Polonäse quer durch das Foyer der Kathrin-Türks-Halle. „Damit ihr in Schwung kommt“, verriet der „kölsche Jung“ Ronny Schneider.
Voller Körpereinsatz
Bei „Eimol Prinz zu sin en Kölle am Rhing“ machte der evangelische Pfarrer in seiner Hochwasserhose und den rot-weißen Ringelsöckchen den Vorturner, formte emsig Rhein, Dom und Dreigestirn mit den Armen, ehe es ihm das schunkelnde Volk gleichtun musste. „Der bringt immer mächtig Stimmung rein“, pustete Rentmeisterin Marga Kruppa durch, während sich all die Clowns, Engel, Hasen und Rocker von den „Strapazen“ erholten. Auch Schriftführer Kurt Kruppa, ständig begeistert mitklatschend und -trällernd, befand: „Das ist schon klasse, was er da macht.“ Doch Schneider war noch nicht fertig. „Ich bin de Stroß aufjegangen“ ließ er ganz bedächtig anlaufen, steigerte sich dann langsam, aber unaufhaltsam.
Programm
Nachdem Ronny Schneider und Klaus Lasse sich auf den Weg zu den anderen Nachbarschaften gemacht hatten, war im Stadthallen-Foyer noch lange nicht Schluss. Zu „Kornblumenblau“, „Du kannst nicht treu sein“, „Rut sin de Rose“ und „Trink Brüderlein trink“ wurde fleißig gesungen und geschunkelt. Dazu führten Marga und Kurt Kruppa Sketche auf. Nach dem Besuch des Kinderprinzenpaares Jonas Wansing und Eva Nover und einer Delegation vom DKV Blau-Weiß am Nachmittag, klang das Frühschoppen langsam aus.
Zwei Minuten später hielt es keinen mehr auf den Plätzen. Wieder schlängelte sich ein närrischer Wurm durchs Foyer. Und wieder wurden Füße und Arme in die Luft geschmissen, Becken gekreist und laut und viel gelacht. Anschließend wurde kräftig das „Trömmelsche“ gerührt und nochmal klargestellt, dass „Drei Mal Null gleich Null“ ist. Eigentlich wollte der Heimatvereinsvorsitzende Pumpenmarie Julia mitbringen. „Doch die muss studieren und fleißig lernen“, erklärte Schneider. Also musste Klaus Lasse herhalten. „Der hat so schöne Haut – der geht locker als lecker Mädchen durch“, feixte Schneider.
Ehrenrentmeister Lasse hielt das nicht davon ab, über die „artgerechte Haltung“ von Männern zu referieren. Seine, nicht ganz ernst gemeinten, Tipps: „Vor Anschaffung sollte geprüft werden, ob sich die Haltung lohnt und er nützlich, herzeigbar oder – noch besser – reich ist. Dann kann man sich nämlich die ersten beiden Eigenschaften sparen.“ In die Erziehung eine Mannes, schlug Lasse vor, sollte die Schwiegermutter eingebunden werden. Dann würden Befehle wie „Fuß“, „Platz“ und „Kusch“ auch schnell befolgt. Der Aufwand, sich einen Mann zu halten, sei nicht groß. „Ihm reichen ein Bett und ein Fernseher.“ Nur einsperren dürfe man ihn nicht. Lasse: „Ich empfehle Gartenarbeit und ein lange Leine.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




