Dinslaken: Reise in die Musicalwelt
VON FLORIAN LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 02.02.2012Dinslaken (RP). Sechs Singspiel-Sänger präsentierten in der Kathrin-Türks-Halle ausgewählte Höhepunkte des Genres. Die Gesangsleistung war gut – leider fehlten zum Genuss manchmal die Kostüme.
Das Konzept der Show
Jährlich Jedes Jahr geht "Musical Highlights" mit neuem Programm auf Tournee.
Interpreten Mit dabei sind jeweils Sänger, die bereits in größeren Musical-Produktionen in Deutschland auf der Bühne standen.
Programm Die Stücke für die Show werden bei jeder Tour neu ausgesucht, von aktuellen Hits bis zu Evergreens.
Der schwedische Sänger Petter Bjällö läuft in einem schwarzen Glitzer-Korsett und Netzstrumpfhosen auf die Bühne. Wild tanzt er dort und singt "Sweet transvestite" aus der "Rocky Horror Show". Hier gelingt die Synthese von Gesangseinlage, Choreographie, Kostümen und Beleuchtung. Das Publikum darf sich so fühlen, als säße es in einer Aufführung des Original-Musicals.
Leider gelingt dieser Effekt nicht bei allen Stücken der "Musical Highlights Tour 2012", was meist an fehlenden Kostümen liegt. Und das ist schade. Sieht man, wie das Sextett aus jeweils drei Damen und Herren sich in bunten Hippie-Outfits durch die Stücke aus dem Musical "Hair" arbeitet, wünscht man sich, derartig passende Kostümierungen zu jedem Programmpunkt.
Die gibt es allerdings nicht. Und so kommt es zu der etwas seltsam anmutenden Situation, dass Philipp Hägeli in seiner Rolle als Joseph aus dem Andrew-Lloyd-Webber-Klassiker "Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat" ohne das namensgebende Kleidungsstück auskommen muss. Statt knallbuntem Mantel gibt's einen weißen Anzug. Schade.
Ansonsten hält die Show aber, was ihr Titel verspricht. "In der Schatztruhe des Musicals befindet sich ein unvorstellbarer Reichtum", sagt Sängerin Anna Thorén dem Publikum. Einen Teil davon heben die sechs Sänger in ihrem Programm. Die Auswahl der Lieder fällt da nicht leicht. "Wir werden oft fast verrückt, wegen der Vielzahl der Stücke", erklärt Philipp Hägeli. Die Auswahl ist zum Großteil geglückt und die Sänger geben ihr Bestes.
Daniel Dodd-Ellis begeistert mit dem Stück "Ol' man river" aus dem Musical "Show Boat", bei dem er seine Stimme in tiefste Tiefen herunter bringt. Karin Hylander und Philipp Hägeli verzaubern die Zuschauer im Duett mit dem Lied "Wenn ich tanzen will" aus "Elisabeth".
Eine besonders ausdrucksstarke Darbietung liefert Sabine Neibersch mit ihrer Interpretation des Klassikers "Erinnerung" aus dem Musical "Cats" ab. Eingefärbt mit giftgrünem Licht und umweht von Kunstnebelschwaden gibt Anna Thorén mit dem Stück "Zwei, die sich verstehen" aus dem Musical "Wicked" die Hexe Elphaba.
Eine Rolle, in der sie zuletzt in Oberhausen im Original-Musical auf der Bühne stand. Auch die anderen Auftritte des Sänger-Sechstetts sind beeindruckend, egal, ob sich die Frauen beim Stück "Schaff die Männer ran" aus "Jekyll and Hyde" verführerisch auf der Bühne bewegen oder die Männer mit "Hakuna Matata" aus dem "König der Löwen" für Lacher sorgen. Applaus.
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