Dinslaken: "Rheinbilder" – Kultur am Fluss
VON RALF SCHREINER - zuletzt aktualisiert: 10.09.2010Dinslaken (RPO). Mit "Rheinbildern" der besonderen Art will der Verein "r(h)ein-kultur-welt" in den kommenden zwölf Monaten die Menschen begeistern. Das neue Programm verspricht musikalische, literarische, theatralische und historische Begegnungen mit und an Deutschlands größter Wasserstraße.
Vorverkauf
Karten im Vorverkauf gibt es für alle fünf Veranstaltungen hier:
Buchhandlung Daniel & Haibach, Bahnhofstraße 61, Voerde; Buchhandlung Korn, Eppinghovener Straße 24 (Altmarkt), Dinslaken; Preußen-Museum, An der Zitadelle 14-20, Wesel.
Dinslaken/voerde/Hünxe Eintauchen, sich in die Fluten stürzen und mitnehmen lassen – und dabei Ohren und Augen weit aufsperren: Die Bedienungsanleitung für das richtige Genießen der "Rheinbilder" klingt vielversprechend. Und das ist auch der "Tanz rheinabwärts", mit dem, "r(h)ein-kultur-welt" (rkw) am Freitag, 17. September, seine Flussfahrt beginnt. Das Mercator-Ensemble, bestehend aus Musikern der Duisburger Philharmoniker und des Gürzenich-Orchesters, gibt ein Konzert im Haus Wohnung in Möllen. Das Programm spannt einen musikalischen Bogen von Mozart über Schubert zu Strauß und schließt mit Mozarts "Kleiner Nachtmusik". "Wir konnten die Philharmoniker als festen Partner gewinnen", sagte Ulrike Haibach-Daniel, stellvertretende rkw-Vorsitzende gestern bei der Vorstellung des Programms. Das garantiere auch außerhalb Duisburgs Musik auf höchstem Niveau.
Ausflug in die Welt des Barock
Am 31. Oktober heißt es im Weseler Lutherhaus "Memento mori – Carpe diem". In Kooperation mit "Muziek Biennale Niederrhein 2010" will "r(h)ein-kultur-welt" das Publikum in die Welt des Barock entführen. Johanna Seitz (Barockharfe) und Frank Arnold (Rezitation) verflechten das gesprochene Wort mit musizierter Klangrede. Ein Abend "zwischen Sinneslust und Todesnähe".
rkw-Vorsitzender Dr. Veit Veltzke hält Rheinländer für vielseitig und immer offen für Neues. "Deshalb beschreiten wir neue Wege." Einer führt am 6. November zu den niederrheinischen Orten des Ruhraufstandes 1920. "Rote Fahne und Totenkopf" ist der Titel der Bus-Exkursion, die zu den Stätten des Kampfes zwischen der Roten Ruhr-armee und Reichswehr und Freikorpstruppen in Wesel, Dinslaken, Hünxe und Voerde führt. Stopps sind unter anderem eingeplant am ehemaligen Bergwerk Lohberg und in Krudenburg. Die Exkursion endet mit einem Imbiss im ehemaligen Stabsquartier der Roten Ruhr-armee im Lippeschlösschen.
"Rheinbilder" lassen sich wunderbar projizieren. "Die Nibelungen im Film" ist das Thema eines Vortrags von Dr. Ralph Trost, Leiter des Xantener Nibelungen(h)ortes. Auf unterhaltsame Weise führt Trost von Fritz Langs Stummfilmepos aus den 20er Jahren über seichte Unterhaltungsfilmchen bis hin zu zeichengetricksten Abenteuern eines Siegfried gewordenen Bugs Bunny. Zu erleben ist das Ganze am Sonntag, 21. November, in Xanten.
Dat gestiefelte Katerchen
Den Abschluss des Halbjahresprogramms bildet im Dezember eine Märchenaufführung, "die aus einer Blödelei heraus entstanden ist", wie Ulrike Haibach-Daniel verriet. Jochen Geberding, seit vielen Jahren mit seinen schrägen Theaterinszenierungen an der Ernst-Barlach-Gesamtschule (EBGS) erfolgreich, inszeniert "Dat gestiefelte Katerchen".
Die Geschichte lüftet ein lang gehütetes Geheimnis: Der galanteste Kater der Märchenwelt war Voerder. Die Inszenierung lebt vom Lokalkolorit. So spielt eine Hulla aus Unteremmelsum, eine Trulla aus Oberemmelsum und eine Tritunke – so nennt sich die Wirtin des "Rheinkrugs zur flotten Fähre" – mit. Der genaue Aufführungstermin steht noch nicht fest. Aufführungsort ist die Ernst-Barlach-Gesamtschule.
Literarische Schiffstour
Auf weitere "Rheinbilder" dürfen sich Kulturinteressierte im nächsten Jahr freuen. Im Frühjahr will der Verein "r(h)ein-kultur-welt" ein Schiff chartern und mit Gästen den Strom befahren. Die Verpflegung an Bord: literarische und musikalische Häppchen.
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