Dinslaken: Rockwärts ins Kulturjahr
VON LENA STEEG - zuletzt aktualisiert: 11.01.2010Dinslaken (RPO). Zum Auftakt der Dinslakener Local-Hero-Woche füllte sich trotz Schneegestöber die Kathrin-Türks-Halle mit vielen Besuchern. Das Rockorchester Ruhrgebeat legte einen fulminanten Auftritt hin.
"Wir sind das Ruhrgebiet, die Droge, die uns süchtig macht." So oder so ähnlich fühlte es sich an, am Samstagabend in der Kathrin-Türks-Halle mit von der Partie zu sein und auf den Startschuss hinzu fiebern. Um 24 Uhr wurde mit einem großen Countdown und einem Werbefilm über das Ruhrgebiet das Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010 und damit auch die Dinslakener Local-Hero-Woche offiziell eröffnet. Die Wartezeit überbrückte das Rockorchester Ruhrgebeat mit einem furiosen Auftritt.
Für Veranstalter, Musiker und Publikum hatte das große Zittern bereits gegen 20 Uhr ein Ende gefunden. Das von den Wetterfröschen vorhergesagte Schneechaos blieb aus. Zwar hatte es sich Sturmtief "Daisy" nicht nehmen lassen, Dinslaken mit einer acht Zentimeter dicken Neuschneedecke und klirrender Kälte ins Kulturhauptstadtjahr zu schicken. Aber gegen kalte Füße haben echte Helden ein gutes Mittel: tanzen. Und während das Publikum in Essen bei der Eröffnungsfeier der Ruhr.2010 mit Decken und Regencapes dem Winterwetter trotzte, ging es in der Kathrin-Türks-Halle behaglich, trocken und warm zu.
Von Cocker bis Jackson
Gemütlich jedoch nicht. Denn das Rockorchester Ruhrgebeat, das das Publikum bis zum großen Startschuss unterhalten sollte, drehte gleich mit seinem ersten Song voll auf. Mit "With a little help from my friends" bewies das Ensemble, getragen von Michael Kochanski, der sich als exzellentes Joe Cocker-Double bewies, dass der Altmeister des Rock und Blues scheinbar sowohl mit den Fingern als auch seinen Stimmbändern singt. Schnippend und röhrend, unterstützt von einem stimmgewaltigen Backgroundchor und professionellem Orchester, begeistertete die Formation ihr Publikum, das den Schlachtruf "Wir sind das Rockorchester Ruhrgebeat, Boh ey!" schon nach der ersten Generalprobe perfektioniert hatte.
Klassiker von "Don't cry for me Argentina", über "It's my life" bis hin zu einem Michael-Jackson-Medley, begeisterten das Publikum und hielten so gut wie niemanden auf den ohnehin wenigen Sitzplätzen. Kurz vor Mitternacht zählten die Musiker dann gemeinsam mit den Zuschauern den Zehner-Countdown herunter und begrüßten mit einem zweiminütigen Imagefilm über das Ruhrgebiet und zwei Zugaben die Dinslakener Heldenwoche. Bürgermeister Dr. Michael Heidinger hatte dies bereits vor dem rockigen Countdown getan. "Hallo Dinslaken, hallo Agen, hallo Ruhrgebiet, hallo Europa!", rief er – zurückgekehrt von der verschneiten Eröffnungszeremonie in Essen –, dem Publikum in der Kathrin-Türks-Halle zu. "Dinslaken muss sich nicht hinter Dortmund, Essen oder Duisburg verstecken", sagte er selbstbewusst. "Wir haben unsere Qualität als Kulturstandort und die werden wir in der kommenden Woche auch nach außen transportieren."
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