Dinslaken: Rohrleitungen geplatzt – Ulcus unter Wasser
VON SEBASTIAN MÜHLEIS - zuletzt aktualisiert: 29.01.2010Dinslaken (RPO). Als Christian Knauff gestern gegen 7 Uhr vom Klingeln des Telefons geweckt wurde, "schwante mir bereits nichts Gutes". Und die böse Vorahnung des Geschäftsführers der Dinslakener Szenekneipe Ulcus an der Duisburger Straße 35 sollte sich bestätigen. "Unsere Putzfrau hat mich informiert, dass der ganze Laden unter Wasser steht", berichtet Christian Knauff. Als er wenige Minuten später in seiner Altstadt-Kneipe eintraf, fuhr ihm der Schrecken in die Glieder. Im Erdgeschoss stand das Wasser knapp drei Zentimeter hoch, im Keller acht.
Handwerker sofort zur Stelle
Die Ursache für die ungewollte Flut war schnell gefunden: Ein Defekt an der Heizungsanlage. "Als es heute Nacht wieder kälter wurde, und sich deshalb das Wasser ausgedehnt hat, sind einige Leitungen geplatzt. Das Wasser, was dann auslief, hatte dafür eine Temperatur von ungefähr 110 Grad Celsius", erklärt Mitarbeiter Felix Neu, der wie Knauff den ganzen Tag den sofort zur Hilfe gerufenen Handwerkern zur Hand ging.
Das kochendheiße Wasser bahnte sich schnell seinen Weg durch die Wände. Schaden nahmen vor allem die Küche und der Wintergarten, aber auch an anderen Stellen kamen einige "Spritzer" durch, wie Felix Neu anhand eines Quittungsdruckers demonstrierte. Das handliche Elektrogerät war durch die Hitze vollkommen verformt worden. Christian Knauff war angesichts des Schadens sichtlich gezeichnet, will aber aus der Not eine Tugend machen. Bereits heute um 18 Uhr öffnet der Ulcus wieder, Essen soll es spätestens ab morgen wieder geben. "Wir machen das Ganze unter dem Motto ,Baustelle', stellen ein paar Schilder auf – und hoffen, dass die Kunden die kleinen Störungen so besser annehmen und akzeptieren können", erklärt der Geschäftsführer.
Um die schwer beschädigte Küche und den Wintergarten reparieren und renovieren zu können, ohne dass die Kunden davon belästigt werden, haben die Handwerker in nur vier Stunden Rigips-Wände hochgezogen und die "echte" Baustelle so von der inszenierten abgetrennt. Wobei: In den kommenden drei Wochen müssen tagsüber und nachts noch Lüftungsanlagen laufen, die die Feuchtigkeit aus dem Parkett ziehen. Die Schadenssumme kann Christian Knauff noch nicht genau benennen. "Aber mit 30 000 Euro rechne ich mindestens", sagte der Geschäftsführer.
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