Dinslaken: Schönes Nebeneinander
VON STEFFEN PENZEL - zuletzt aktualisiert: 26.03.2007Dinslaken (RPO). Mit ihrem 20-jährigen Bestehen und der Einweihung des Neubautraktes gab es an der Freien Waldorfschule am Samstag gleich zwei Gründe, ordentlich zu feiern. Ein Rückblick.
Ute Krämer denkt gerne an die Anfangszeit zurück. So chaotisch sie auch war. Damals ging es darum, dass Ute Krämer ihre Tochter Svenja gerne auf einer Waldorfschule gesehen hätte. Doch die nächsten Schulen waren in Mühlheim oder Gladbeck. „Wir wollten für unsere Kinder aber eine Waldorfschule für den Bereich nördlich der Ruhr“, erinnert sich Ute Krämer. Wir, das waren in dem Fall zwei Eltern-Initiativen für den Bau einer Freien Waldorfschule. Eine in Duisburg, eine in Dinslaken.
Es dauerte dann ein gutes Jahr, ehe beide Initiativen nach langen, heftigen Diskussionen einsahen, dass es nur gemeinsam weitergeht. Und dann ging auch alles ganz schnell. Nach dem Gründungswilligentreffen vor 21 Jahren gab es grünes Licht vom Bund der Freien Waldorfschule. In den kommenden Monaten saß Gründungslehrer Friedward Henning mit der ersten Gruppe angehender Lehrer – darunter auch Ute Krämer – zusammen, um die Grundlagen der Walddorfpädagogik zu erarbeiten und zu vermitteln.
Vier Absolventen
Im Jahr 2000 baute die Gründungsklasse der Dinslakener Freien Waldorfschule ihr Abitur. Von den ehemals 16 Schülern machten vier den Abschluss. Eine davon war Svenja Krämer. Heute steht die Tochter der Waldorf-Lehrerin Ute Krämer kurz vor dem Abschluss ihres Physik-Studiums.
Die ersten zwei Schülerjahrgänge wurden damals noch an der Mülheimer Patenschule unterrichtet. „Mit der dritten Klasse ging es dann 1989 in ein paar kleine Räume im Mattlerbusch“, erinnert sich Ute Krämer. Nach einem Jahr mussten die Waldorfschüler aber ausziehen, weil die Stadt Duisburg die Räume brauchte. Diesmal ging es nach Walsum zum Nünninghof. Schon bald kam die vierte Klasse dazu. Und auch das Lehrer-Kollegium war mittlerweile auf 12 Mitglieder gewachsen. Dann stand ein großer Schritt an. Krämer: „Wir mussten uns entscheiden, ob wir das Walsumer Gebäude kaufen, oder ob wir woanders neu bauen wollten.“ Die Entscheidung fiel zugunsten eines Neubaus. Ein mögliches Grundstück: die Fläche rund um den Scholtenhof. Der Eigentümer: die Steag. Und Dr. Hans-Rudolf Jürging, als damaliger Leiter der Steag-Immobilien Verhandlungsführer mit den Waldorflehrern und -eltern, erinnert sich gerne. „Zuerst haben wir uns schwer getan, weil wir die landwirtschaftliche Fläche des Scholtenhofs nicht begrenzen wollten. Die Waldorf-Lehrer haben aber nie aufgegeben. Am Ende kann man ihnen einfach nichts abschlagen“, schmunzelte Jürging, der sich über das schöne Nebeneinander von gesunder Ernährung und Kindererziehung á la Waldorf auf dem Scholtenhof-Gelände freut. „Da ist etwas Verwandtes zusammengewachsen.“
Im Januar des Jahres 1994 erfolgt der erste Spatenstich. 15 Monate später war der Bau des Bonner Architekten Rüdiger Hildebrand vollendet. Und schon damals lagerten die Pläne für den Erweiterungs-Neubau in seinen Schubladen. Nach dem Bau des Gartenhauses und des Werkstattgebäudes konnte Rüdiger Hildebrand mit der Errichtung des neuen Fachklassengebäudes nun sein Werk vollenden.
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