Dinslaken: Schwachpunkt Dach
VON HENDRIK GAASTERLAND - zuletzt aktualisiert: 29.01.2009Dinslaken (RPO). An Energiesparen hat früher kaum jemand gedacht. "Weil Energie nichts kostete", weiß Umberto Neubauer. Der Dachdeckermeister hat auf das Umdenken der Menschen reagiert und bietet umfangreiche Modernisierungen.
dinslaken-lohberg Als Umberto Neubauer im Februar 1981 seinen Meisterbrief im Dackdeckerhandwerk erhielt, da war Energiesparen fast noch ein Fremdwort. "Damals hat niemand daran gedacht, was alles noch auf einen zukommen würde", erinnert sich Neubauer. Mit den gestiegenen Energiekosten hat jedoch ein Umdenken bei den Menschen stattgefunden und auch bei seinen Kunden, die sich gegen den Wärmeverlust am Hausdach wehren. "Man kann sich kaum vorstellen, was dort unnötig Energie verschossen wird. Bei dem Bau der Häuser in den 1970-Jahren hat keiner an Energiesparen gedacht, weil Energie damals halt nichts kostete. Die Nachfrage nach einer verbesserten Isolierung ist bei den Leuten heutzutage schon da", sagte der Dachdeckermeister.
Firmen-Geschichte
Im Jahr 1945 wurde in Dinslaken von Dachdeckermeister Otto Eul der Grundstein für die Firma gelegt. In der zweiten Generation führte Johann Seuken die Arbeit weiter, heute leitet Umberto Neubauer das Unternehmen. Bei fünf Mitarbeitern verteilt sich die Kundschaft des Meisters auf Architekten, Kommunen, Wohnungsbaugesellschaften und private Auftraggeber. Der Betrieb hat unter www.umberto-neubauer.de auch eine eigene Homepage.
Wirtschaftskrise bemerkbar
Heute ist es kaum vorstellbar, nur noch mit einer wenigen Zentimeter dicken Schicht aus Glaswolle das Dach zu dämmen – so wie es früher üblich war. Umberto Neubauer hat sein Haus schon modernisiert und außerdem mit einer Solaranlage auf dem Dach energiebewusst ausgestattet. "Das habe ich nach Feierabend selbst gemacht und möchte es nicht mehr missen. Aber es ist auch immer eine Frage, was ich investieren will", so der Fachmann, der die Wirtschaftskrise in seinem Beruf auch merkt. "Die Auftragslage ist zurzeit nicht gut, es ist doch sehr ruhig. Aber ich kann das auch nachvollziehen. Wenn ich jetzt Geld übrig hätte, würde ich auch zweimal überlegen, ob ich es zurückhalte oder investiere", zeigt der Unternehmer Verständnis. Doch es ist zu erwarten, dass die Energiekosten in Zukunft weiter steigen werden, und deshalb gilt das Hausdach als eine empfindliche Stelle. Warme Luft steigt bekanntlich nach oben, und daher gilt eine Dämmung fürs Dach als eine besonders wirksame Alternative, um Energie zu sparen. Möglichkeiten dazu bieten Zwischensparren- oder Aufsparren-Dämmungen, die die zwei gängigsten Typen sind. Der Betrieb von Umberto Neubauer bietet außerdem noch Fassadenarbeiten an, um mit einer dichteren Außenwandbekleidung keine Wärme mehr zu verlieren.
"Bauphysikalisch hat sich in den vergangenen Jahren eine Menge getan, aber die Technik und Qualität wird sich bestimmt noch weiter verbessern. Aber mit den Maßnahmen, die ich für mich privat gemacht habe, habe ich auch schon 50 Prozent Energie gespart", so der Firmenchef. Auch seine Kunden seien bisher mit dem Sparergebnis seiner Modernisierungen zufrieden.
Vorteile auch im Sommer
Vorteile bringt die Wärmedämmung übrigens nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer. In den warmen Monaten heizt sich der Dachstuhl nicht mehr so extrem auf, und es ist sogar schon vorgekommen, dass zuvor eingebaute Klimaanlagen fast überflüssig wurden.
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