Dinslaken: Sich den Herausforderungen stellen
VON HENDRIK GAASTERLAND - zuletzt aktualisiert: 30.01.2009Dinslaken (RPO). "Lauf um Dein Leben – Vom Junkie zum Ironman" – der Film über den Ausnahmetriathleten Andreas Niedrig, lief im Rahmen der SchulKinoWochen in der Lichtburg. Für die Schüler ein besonderes Erlebnis, denn sie durften die Filmcrew und den Ironman persönlich anschließend mit Fragen löchern.
Ein normaler Kinobesuch ist spätestens nach dem Abspann beendet. Manch ein Besucher verlässt bei Nichtgefallen sogar während des Streifens den Saal, gewöhnlich steht man bei Beginn des Abspanns auf und drängt nach draußen. Für 194 Schüler kamen diese beiden Varianten aber nicht in Frage. Sie schauten in der Dinslakener Lichtburg erst 102 Minuten lang, gebannt von der Story, den Film "Lauf um Dein Leben – Vom Junkie zum Ironman" und kamen danach zu dem besonderen Erlebnis, einen Teil der Crew mit Fragen zu löchern.
Viel Applaus
Im Rahmen der SchulKinoWochen Nordrhein-Westfalen trafen Regisseur Adnan G. Köse, die Produzenten Fritjof Hohagen und Clarens Grollmann sowie der wahre Ironman Andreas Niedrig die Schulklassen des Gustav-Heinemann-Schulzentrums und der Realschule Voerde. Mit großem Applaus begrüßte das Publikum die Macher des zum großen Teil in Dinslaken gedrehten Films und nach einem verhaltenden Beginn schoss dann auch eine nach der anderen Frage aus ihnen heraus.
"Niedrig und Kuhnt"
Die Schwester von Andreas Niedrig Cornelia ist die Hauptdarstellerin der Sat.1-Serie "Niedrig und Kuhnt. Die gelernte Polizei-Kommissarin hat über 1000 Folgen abgedreht und auch Andreas Niedrig übernahm schon eine Nebenrolle. "Sie hat jeden Tag dreieinhalb Millionen Zuschauer, aber ich frage mich, wer sich so etwas anschaut", spaßte Andreas Niedrig.
Im Mittelpunkt des Interesses stand Andreas Niedrig. Der Ausnahmetriathlet mit der bewegten Vergangenheit schaffte mit seinen Antworten, die Lehre, die er aus seiner Lebensgeschichte gezogen hat, eindringlich rüberzubringen: "Habt Spaß am Leben und stellt Euch den Herausforderungen. Es geht nicht ums Gewinnen, sondern um die Leidenschaft", gab er den Schülern mit auf den Heimweg und appellierte außerdem an das eigene Selbstbewusstsein: "Versucht Zufriedenheit in Euch zu spüren. Ruhig mit einem Stück Arroganz, nehmt Euch selbst wichtig. Aber verliert nicht die Achtung anderen Menschen gegenüber!"Die Schüler wollten jedoch nicht nur den Grundgedanken erklärt bekommen, sie stellten auch die ernsthaften Fragen, die der Film hervorbringt. "Was ist aus den Freunden von damals geworden?", "Bereuen Sie, drogenabhängig gewesen zu sein?" wollten sie wissen. Und Andreas Niedrig, der wegen der vielen Vorträge, die er hält, wahrscheinlich jede Frage schon einmal gehört hat, antwortet: "Die, die mit mir den weiteren Schritt nach dem Kiffen mit Kokain und Heroin gemacht haben, sind alle tot", sagte der 42-Jährige. Er selbst findet seine Sucht von damals schade, aber diesen Abschnitt seines Lebens bereut er nicht: "Ich war unfreiwillig in der Langzeittherapie. Das stellt man einem die Frage, was dir eigentlich fehlt. Das war für mich spannend, interessant und wichtig, und dort habe ich auch meine Stärke entdeckt: den Sport", berichtet Andreas Niedrig, der während seiner Drogensucht 1000 DM täglich für Stoff brauchte. Bei der Summe ging ein Raunen durch den Saal und mit wiederholtem Applaus und einem Autogramm in der Hand endete das etwas andere Kinoerlebnis.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




