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Dinslaken: Simple Minds rocken Burgtheater

VON FLORIAN LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 25.07.2011
Schottenrock im Burgtheater: Die Simple Minds waren in Bestform. Über zwei Stunden lang servierten sie den Fans ihren größten Hits.  Foto:  Martin Büttner
Schottenrock im Burgtheater: Die Simple Minds waren in Bestform. Über zwei Stunden lang servierten sie den Fans ihren größten Hits. Foto: Martin Büttner

Dinslaken (RP). Einen fulminanten Auftritt legte die Gruppe aus Glasgow vor gut 2100 Besuchern im Dinslakener Burgtheater hin. Sänger Jim Kerr ging mit den Fans auf Tuchfühlung. Die Zuschauer feierten jeden einzelnen Hit der Schotten mit lautstarkem Jubel.

Jim Kerr sinkt auf der Bühne vor dem Publikum auf die Knie. Kunstnebel hüllt den Sänger der Simple Minds ein, die Bühnenbeleuchtung taucht ihn in bunten Lichterschein. Dann hebt Kerr das Mikrofon an den Mund und stimmt die ersten Zeilen des Songs "Belfast Child" an.

Im Hintergrund legt Keyboarder Andy Gillespie einen Klangteppich unter den Gesang, lässt die Tin Whistle ertönen, und schon sind die Zuhörer auf der grünen Insel angekommen. Das Stück über den Nordirlandkonflikt ist ganz klar der emotionale Höhepunkt der Show. Die Simple Minds sorgen für Gänsehaut bei ihren Fans. Doch das ist nur einer der vielen Höhepunkte dieses Abends.

Info

Aus Glasgow

Band Die New-Wave- und Rock-Formation wurde 1978 in Glasgow gegründet. Sänger Jim Kerr und Gitarrist Charlie Burchill sind von Anfang an mit dabei.

Politisch Mit "Belfast Child" und "Mandela Day" liefern sie auch politische Songs.

www.simpleminds.com

Die Nähe zum Publikum

Alleine Jim Kerrs Unterhalter-Qualitäten wären schon Grund genug für den Besuch des Konzerts gewesen. Der 52-jährige Sänger kennt keine Scheu, wenn es um seine Fans geht. Er tänzelt leichtfüßig zu den Zuschauern, reicht ihnen die Hände und lässt sich umarmen, während er weiter singt.

Zwischendurch fischt er sich noch Kameras oder Handys aus dem Publikum, macht ein paar Erinnerungsschnappschüsse. Wann hat man schon einmal die Gelegenheit, einem Idol so nah zu sein? Das gibt es bei kaum einer anderen Band. Hin und wieder ordert Jim Kerr auch Gitarrist Charlie Burchill und Bassist Ged Grimes direkt vor die Zuschauer, um mit ihnen gemeinsam zu rocken. Spektakulär und ganz im Sinne der Fans.

Die freuen sich nicht nur über die Nähe zum Sänger, sondern feiern auch die Hits ab, die hier Schlag auf Schlag durch das Rund des Burgtheaters schallen. Das ganze Publikum steht, klatscht den Takt der mit oder schwenkt die Hände in Richtung Abendhimmel. Stücke wie "Don't you forget about me" oder "All the things she said" werden vom Publikum lauthals mitgesungen.

Und zwar mit einer solchen Textsicherheit, dass Jim Kerr das Mikrofon immer wieder in Richtung der feiernden Fans hält und sich mit einem "Wunderbar" auf Deutsch bedankt. So etwa, nachdem er mit dem Publikum gemeinsam "Mandela Day" gesungen hat. Nach 70 Minuten stimmen die Schotten ihr letztes Lied an. Da hat das Publikum im Burgtheater allerdings deutlich andere Pläne und ruft Kerr und Kumpane lautstark zurück auf die Bühne.

Zugaben ohne Ende

"Shall we play one more song?", fragt der Sänger danach immer wieder, und natürlich wollen die Fans noch mehr. So folgen dem eigentlichen Konzertprogramm noch zahlreiche Zugaben, bis Jim Kerr nach über zwei Stunden verkündet, es sei langsam Zeit fürs Bett. Den Rausschmeißer dürfen sich die Zuschauer selbst aussuchen. "Gloria! Gloria!", klingen die Sprechchöre durch das Rund.

Die Simple Minds folgen dem Wunsch ihrer Fans, und Jim Kerr dirigiert zum Finale der Show einen Chor aus gut 2000 Sängern. Die Zuschauer danken den Schottenrockern mit Applaus, Jubelrufen und wollen noch immer nicht gehen. Jim Kerr verabschiedet sich persönlich, schüttelt Hände, nimmt noch einmal ein Bad in der Menge. Starker Auftritt.

Quelle: RP
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