Dinslaken: Sorge um Heilig-Blut-Kirche
VON RALF SCHREINER - zuletzt aktualisiert: 21.12.2007Dinslaken (RPO). Die Dinslakener Heilig Blut-Kirche steht vor einer ungewissen Zukunft. Grund ist der Sparkurs des Bistums Münster. Die Kirchengemeinden sollen sich von einigen Immobilien trennen. Auch Gotteshäuser müssen auf den Prüfstand.
Drei unter einem Dach
Seit dem 31. Oktober 2005 sind die drei Gemeinden Heilig Blut, Sankt Johannes Eppinghoven und Sankt Vincentius in Dinslaken zur neuen Gemeinde Sankt Vincentius M (für Märtyrer) mit drei Bezirken zusammengelegt. Die Zusammenlegung erfolgte durch den Bischof von Münster, Reinhard Lettmann.
„Noch ist alles völlig offen“, erklärte gestern Pastor Theo van Doornick. Fest stehe lediglich, dass alle Gemeinden sparen müssen. Um die Strukturen der Diözese zukunftssicher zu gestalten, sieht das Immobilienkonzept des Bistums den Rückbau großer Flächen vor. Bis 2015, so der Pfarrer von Sankt Vincentius, will sich das Bistum „von ein paar Millionen Quadratmetern“ trennen. Deshalb müssen alle Immobilien auf den Prüfstand. Aufgabe der Kirchengemeinden ist es, ein Konzept zu erarbeiten, in dem alle Gebäude aufgelistet sind, auf die in Zukunft möglicherweise verzichtet werden kann. Und dazu gehört auch die Kirche Heilig Blut.
Kann noch Jahre dauern
Ob die Kirche tatsächlich irgendwann verkauft, umgewidmet oder abgerissen wird oder aber als eines von drei Gotteshäusern der Gemeinde Sankt Vincentius erhalten bleibt, ist nach Einschätzung Theo van Doornicks noch nicht entschieden. Die Diskussion innerhalb der Gemeinde läuft. Auch der Pfarrgemeinderat beschäftigt sich mit dem Problem. Dieser Prozess könne jedoch noch einige Jahre dauern. Man werde nichts überstürzen, sondern in aller Ruhe Vorschläge erarbeiten, diese dann nach Münster schicken und abwarten, was geschieht.
Für van Doornick wäre es blauäugig, den Kopf in den Sand zu stecken. Wenn irgendetwas auf Dauer nicht zu finanzieren sei, dann müsse man es abstoßen. Sollte der Bischof also irgendwann das Aus für die Heilig-Blut-Kirche beschließen, führe auch daran kein Weg vorbei. „Man darf sich um die Kirche Sorgen machen“, erklärt der Pastor von Sankt Vincentius. „Aber eine konkrete Umwidmung steht zurzeit überhaupt nicht zur Debatte.“
Akzeptanz
Viel größere Sorgen als der Verkauf von Betriebsflächen und einzelner Gebäuden – beides stößt nach Einschätzung des Geistlichen in der Bevölkerung zunehmend auf Akzeptanz – , bereitet es van Doornick, neue Ehrenämtler für die Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde zu gewinnen. Wenn Kinder, Jugendliche und Familien eine lebendig glaubende Einheit bleiben sollen, müsse man dafür etwas tun. Es gehe darum, nach vorn zu schauen und die Menschen mitzunehmen. „Aber da sind wir hellwach“, so der Pastor.
Viel beten
Und dann sagt der 54-Jährige doch noch was zu „seiner“ Heilig-Blut-Kirche, in der er seit 1988 Pfarrer war, bevor er vor drei Monaten die Nachfolge von Pastor Bernhard Kösters in Sankt Vincentius antrat. Ihm persönlich wäre es recht, wenn das Gotteshaus als solches erhalten bliebe. Sein Traum wäre es, wenn dort jeden Tag 50 Christen zum Gottesdienst kämen und wenn es darüber hinaus genügend Priester gäbe, die sich um die Gläubigen kümmern könnten. „Kirchen, in denen viel gebetet wird“, sagt Theo van Doornick. „Die werden nicht geschlossen.“
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