Dinslaken: Spellener hauen auf den Putz
VON LENA STEEG - zuletzt aktualisiert: 16.02.2010Dinslaken (RPO). Nach etlichen Wochen voll Karnevalstrubel in den umliegenden Gemeinden freute sich der Männergesangverein "Eintracht" Spellen, endlich in seinem Vereinslokal "Haus Wessel" seine eigene Sitzung feiern zu können. Und die Narren sorgten für ausgelassene Stimmung.
voerde-spellen "Endlich sind wir angekommen", freute sich der Sitzungspräsident des MGV Eintracht Spellen, Peter Anton Becker, in seiner Begrüßungsansprache im Gasthaus Wessel. Seit nunmehr drei Wochen sei der Verein durch Stadt und Land getingelt, habe andere Karnevalsveranstaltungen besucht und Freundschaften gepflegt. "Jetzt können wir sagen: Wir sind zu Hause!"
Vierstündiges Showprogramm
Und diesen Anlass nutzten nicht nur die Sänger, sondern auch die Spellener Jecken dazu, noch einmal ordentlich auf den närrischen Putz zu hauen. Nach Einmarsch des Elferrates und des Prinzenpaares, startete das knapp vierstündige Showprogramm. Natürlich, wie könnte es auch anders sein, mit einem dreiteiligen Liedvortrag der Eintracht unter der Leitung von Michaela Klemm. "Drink doch ene mit" und "Wir sind vergnügt" sangen die Herren und erhielten spätestens beim Refrain tatkräftige Unterstützung durch das Spellener Publikum, das sich mit ausgefallenen und ideenreichen Kostümierungen in bester Schunkellaune zeigte.
MGV Eintracht Spellen
Historie Der Männergesangsverein Eintracht Spellen wurde im April 1920 von zwölf Männern gegründet. Vorsitzender ist Peter Anton Becker, Chorleiter Friedhelm Freikamp, Pianistin Annelise Freikamp. Der Verein ist Mitglied im Deutschen Chorverband.
Probe Die 38 aktiven Sänger proben jeden Dienstagabend von 20 bis 22 Uhr im Haus Wessel.
Doch auch zum heftigen Mitklatschen war nach all dem Karnevalstrubel der vergangenen Wochen noch genug Rest-Energie übrig, was den jungen Tänzerinnen der Kindertanzgruppe "Spellener Sweat Melody's" zu Gute kam, die gleich nach den Sängern der Eintracht die Bühne stürmten. Zu aktuellen Popmusik-Melodien wie Agnes "Release me" oder "Hush Hush" von den Pussycat Dolls, wirbelten die talentierten Nachwuchstänzerinnen in ihren mit goldenen Pailletten besetzten Kostümen über die Bühne und ernteten für ihren Auftritt nicht nur viel Applaus, sondern auch die erste lautstarke Rakete des Abends.
Auch den "mit spitzer Feder" geschriebenen, streckenweise gesanglichen Vortrag von "Heinz + Heinz = Zweins" beklatschte das Publikum ausgiebig. Heinz Hülsermann und Heinz Hockel hatten sich das ganze Jahr über Notizen zum allgemeinen Weltgeschehen, nicht nur in und um Spellen gemacht und referierten ihr Resümee in einer flotten Reimform. Die Finanzkrise, die Schweinegrippe, der Solidaritätsbeitrag und natürlich immer wieder "die da oben!" bekamen ihr Fett weg. Aber auch die positiven, zumeist lokalen Entwicklungen, wurden bejubelt. Dass man der Wirtschaftskrise in Spellen mit dem Erlös aus dem legendären Kuh-Roulette im Sommer die Stirn bot und dass die Emmelsumer dank neuer Brücke endlich wieder auf ein Bier ins Dorf kommen können, erfreute in der Rückschau nicht nur die beiden Heinz'.
Auftritt des Männerballetts
Nach weiteren Büttenreden von Siegrid Ridderskamp ("Eine Seniorin") und Heinz Hockel ("Hein vom Niederrhein), dem unvergleichbar ausgefeilten Auftritt des Spellener Männerballetts, das mit seiner Choreographie eine ganz eigene Interpretation von Reinhard Meys bekanntem Lied "Über den Wolken" ablieferte und dem gemeinsam gesungenen "Spellener Lied", ging für die Spellner Jecken schließlich ein ausgelassener Abend in der Heimat zu Ende.
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