Dinslaken: Stöbern in der Chorgeschichte von Sankt Johannes Eppinghoven
VON LENA STEEG - zuletzt aktualisiert: 15.02.2010Dinslaken (RPO). Fein geordnet liegt eine der Chorkrawatten, die die Sänger des Kirchenchors Sankt Johannes Eppinghoven bis 1995 trugen, neben einem Exemplar jener, die zwischen 1995 und 2004 das Outfit der Musiker komplettierten. Der roten Fliege, die sich noch von 1960 bis 1967 alle Sänger um den Hals banden, sieht man ihren historischen Charakter an. Gleich nebenan in einem weiteren Schaukasten finden die Besucher der Ausstellung "165 Jahre Kirchenchor Sankt Johannes Eppinghoven" die Abschrift aus dem Original-Protokollbuch des Kirchenchores von 1891 bis 1954.
Fäden auf einer Landkarte
Auf einer Landkarte auf der gegenüber liegenden Seite des Raumes sind mit roten Schnüren die Chorfahrten eingetragen, die der Verein, in wechselnder Besetzung freilich, zwischen 1891 und 2009 machte. Wo es 1894 noch nach Rheinberg oder im Jahre 1899 ins benachbarte Schmachtendorf nach Oberhausen ging, sind in den letzten Jahren so ferne Reiseziele wie Wien, Budapest und Rom hinzu gekommen. Den Fortschritt des Chores während der vergangenen Jahrzehnte kann man kaum trefflicher beschreiben.
Mit einem kräftigen musikalischen Gruß hatten die Sänger zur Eröffnung ihrer Ausstellung am Sonntagnachmittag die Gäste begrüßt. "Sängergruß", "Schäfers Sonntagslied" und "Sonntag ist heute" schmetterten die Herren im Erdgeschoss des Voswinckelshofs bei bester Akustik, ehe es in die obere Etage zur eigentlichen Ausstellung ging. Zwei Jahre hatte Archivar Reinhard Brinkmann mit Unterstützung von Stadtarchivarin Gisela Marzin und seinen Sangeskollegen damit zugebracht, die vielen Dokumente, Erinnerungsstücke und Unterlagen zu sichten, die nun, geordnet nach Themengebieten, Interessantes aus der bewegten Vereinsgeschichte erzählen.
Als Sänger Gleicher unter Gleichen
Wie aktiv das Chorleben tatsächlich ist, durfte auch Museumschef Dr. Peter Theißen erleben. "Wir hatten für den Aufbau eine Woche eingeplant. Bis auf zwei Dokumente stand bereits nach drei Tagen die komplette Ausstellung", lobte er in seiner Begrüßungsrede. So kann der Chor also nicht nur von sich behaupten, gemeinsam mit seinem Walsumer Nachbarn einen der beiden einzigen reinen Männerchöre des Bistums Münster zu bilden, sondern auch, besonders gut zusammen zu arbeiten. "Als Sänger", schloss der Vorsitzende Peter Sundarp seine Begrüßung, "ist man eben Gleicher unter Gleichen."
Bis zum Ausstellungsende am 14. März wird immer ein Sänger im Voswinckelshof für Fragen der Besucher zur Verfügung stehen.
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