Dinslaken: Strafanzeige gegen Mühmert
VON JÖRG WERNER - zuletzt aktualisiert: 02.04.2009Dinslaken (RPO). Die Haushaltsrede, die er am Dienstag im Rat gehalten hat, wird für Heinrich Mühmert, Bürgermeisterkandidat der Offensive Dinslaken, ein juristisches Nachspiel haben. Helge Gilberg hat Strafanzeige gegen ihn erstattet.
Mühmert macht weiter
Heinrich Mühmert denkt nicht an einen Rücktritt. Von der Rheinischen Post auf die Rücktrittsforderungen angesprochen, sagte er: "Die können machen, was sie wollen, ich denke gar nicht an Rücktritt, jetzt erst recht nicht. Jetzt werde ich dem Bürger einmal wirklich sagen, was in dieser Stadt los ist. Jetzt geht es richtig rund.
Zitat Mühmert: "Das politische Jahr begann am 9. Januar 2008 im Rathaus mit der Schlüsselübergabe an den schwulen Prinzen von Eppinghoven ,We sind wer dor". Liebe Frau Wagemann, als Vorsitzende des Ortsverbandes der CDU Eppinghoven, konnten Sie es nicht verhindern, dass in Ihrer christlichen Gemeinde dieser schwule Wicht zum Prinz gekürt wurde?"
Ordnungsruf
Nach diesen Sätzen hatte sich Heinrich Mühmert, wie berichtet, einen energischen Ordnungsruf von Bürgermeisterin Sabine Weiss eingehandelt, die keinen Zweifel daran ließ, dass sie derart diskriminierende Äußerungen nicht dulden werde. Jetzt kommt es auch zu einem juristischen Nachspiel. Helge Gilberg, der von Mühmert gemeinte Prinz des Karnevalsvereins "Wer sind wer dor" hat über seinen Anwalt Strafanzeige wegen Beleidigung gegen Mühmert erstattet. Dies sagte Gilberg gestern der Rheinischen Post.
Dabei, so der Ex-Karnevalsprinz, der sich offen zu seiner Homosexualität bekennt, gehe es ihm nicht einmal so sehr um seine Person. "Aber ich werde nicht zulassen, dass jemand wie Heinrich Mühmert meint, er könne eine Minderheit öffentlich derart herunterputzen." Gilberg forderte Mühmert auf, sein Ratsmandat abzugeben und auf die Bürgermeisterkandidatur zu verzichten. "Einen solche Politiker hat meine weltoffene und tolerante Heimatstadt Dinslaken nicht verdient", sagte Gilberg. Mühmerts Aussagen entbehrten jeder demokratischen Grundlage. Er habe das Ratsmandat entwürdigt.
Viel Zustimmung
Während der Karnevalssession als Prinz in Dinslaken, so Gilberg Gilberg, habe er sehr viel Zustimmung erfahren, und er sei überzeugt, dass die meisten Dinslakener einen Politiker wie Heinrich Mühmert nicht wollten.
Vor Gilberg hatte bereits gestern Morgen in einer Presseerklärung der Bürgermeisterkandidat der CDU Heinz Wansing den Rückzug Mühmerts aus der Politik gefordert. Wansing, der die CDU-Fraktion im Dinslakener Rat führt, hatte den Ratssaal nach Mühmerts Worten aus Protest verlassen.
Grund für seine Wut, so Wansing in seiner Erklärung, "waren die menschenverachtenden Äußerungen von Mühmert in dessen Haushaltsrede".
Wansing; "Mühmert ist unerträglich. Kürzlich hat er den Ersten Beigeordneten als Trinker bezeichnet, jetzt beleidigt er öffentlich die Homosexuellen." Wansing erwartet von der Offensive Dinslaken, dass sie sich öffentlich von ihrem Kandidaten distanziert und ihn als Kandidaten zurückzieht.
"Von Mühmert", so Wansing weiter, "erwarte ich, dass er sich entschuldigt und sein Mandat mit sofortiger Wirkung niederlegt. Mit dieser unsäglichen Kandidatur ist dem Ansehen unserer Stadt schon jetzt großer Schaden zugefügt worden."
Unter dem Motto "Wehret den Anfängen" fordert Bürgermeisterkandidat Heinz Wansing eine klare Positionierung aller anderen Kandidaten gegen Mühmert.
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