Dinslaken: Streit in der Gemeinde
VON FLORIAN LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 23.01.2012Dinslaken (RP). Hoch her ging es bei der Versammlung der evangelischen Kirchengemeinde Hiesfeld. Kritische Stimmen gab es nicht nur wegen der ausgefallenen Presbyteriums-Wahl, sondern auch wegen der Personalie Joachim Pannes.
Seit Wochen sind die Gemüter in Hiesfeld erhitzt. Nachdem das Presbyterium Pfarrer Joachim Pannes den Rat ausgesprochen hatte, sich eine Stelle in einer anderen Kirchengemeinde zu suchen, kochten die Emotionen hoch. Auch auf der Gemeindeversammlung war dieses Thema das am längsten diskutierte. Pfarrer Friedhelm Waldhausen und das Presbyterium mussten sich Vorwürfe anhören.
Einige Gemeindeglieder, die bereits mehr als 350 Unterschriften für den Verbleib von Joachim Pannes in der Gemeinde gesammelt haben, konnten sich einfach nicht erklären, warum das Presbyterium dem Seelsorger diesen Rat ausgesprochen hatte. Auf diese Frage erhielten sie mit Verweis auf die Vertraulichkeit von Personalangelegenheiten am Sonntag keine Antwort.
Kirche in Zahlen
Mitglieder Die evangelische Kirchengemeinde Hiesfeld hat zur Zeit 7778 Gemeindeglieder, die sich auf drei Pfarrbezirke aufteilen.
Ehrenamt Das Gemeindeleben ist sehr aktiv. Über 300 Ehrenamtliche sind daran beteiligt. "Das ist ein unschätzbarer Reichtum", sagte Pfarrer Waldhausen.
Auch Pfarrer Pannes selbst äußerte sich während der Versammlung nicht. Dass es sich bei diesem Rat nicht um eine Art Kündigung für den Seelsorger handelt, machte Oberkirchenrat Manfred Rekowski, Leiter der Personalabteilung im Landeskirchenamt der evangelischen Kirche im Rheinland, deutlich. "Der Rat zu einem Stellenwechsel ist etwas, was normalerweise nicht unbedingt öffentlich wird", betonte er auch.
So könnten Pfarrer und Presbyterium gemeinsam an Konflikten arbeiten, so dass der Seelsorger am Ende doch in der Gemeinde bleiben könnte. "Eine automatische Abberufung hat das auch nicht zu Folge. Dafür müssen alle anderen Mittel zur Konfliktlösung ausgeschöpft sein", erklärte Rekowski.
Superintendent Martin Duscha rief die Gemeindeglieder dazu auf, Ruhe zu bewahren und vernünftig miteinander zu reden. "Es kann doch nicht sein, dass wir einander Schaden zufügen", sagte er. Dieser Ansicht schloss sich auch Manfred Rekowski an. "Es darf nicht sein, dass wir hier eine Fülle von Verlierern produzieren. Weder Einzelne, noch die Gemeinde dürfen auf der Strecke bleiben", betonte der Oberkichenrat. Die Frage nach der Zukunft von Joachim Pannes blieb letztlich offen.
Ein zweiter Streitpunkt war die Neubesetzung des Presbyteriums für die Amtszeit von 2012 bis 2016. Für die 15 Presbyterstellen hatten sich bis zum Ende der Vorschlagsfrist nur neun Kandidaten gefunden. Das Presbyterium bemühte sich, weitere zu finden und hatte am Ende 14 zusammen. Diese gelten nun als gewählt, eine Entscheidung, die einige Gemeindeglieder für undemokratisch hielten.
Daraus ergab sich die Forderung, weitere Kandidaten aufstellen zu dürfen und dann doch noch zu wählen. "Wir sind an die bestehende Kirchenordnung gebunden und die ist mit solchen Bestrebungen nicht vereinbar", erklärte Waldhausen dazu.
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