Dinslaken: SYLS-Team: Wir stehen bereit
VON ULRICH SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 02.09.2010Dinslaken (RPO). Nach dem Zerwürfnis mit der Stadt sind die Szeneleute, die bis 2009 die Konzerte der Jugend-DIN-Tage organisierten, zur Rückkehr bereit. Vorausgesetzt, die Stadt lässt ihnen alle Freiheiten.
Die Notlösung
Experiment Nach dem SYLS-Ausstieg holte die Stadt die Dinslakener Agentur "VIPs Events" ins Boot. Deren Geschäftsführer Michael Krebs überlegte sich das Konzept mit Hiphop am ersten und Rock am zweiten Tag. Doch das Ersatz-Festival floppte, das Burgtheater blieb leer.
Vorschlag Nach der Pleite äußerte auch Krebs den Wunsch, die Stadt solle künftig wieder mit der SYLS AG zusammenarbeiten.
Die selbstkritischen Worte von Jugendamtsleiter Lothar Muschik nach der DIN-Tage-Pleite im Burgtheater haben das Blatt gewendet. "Hätte er uns nicht von selbst wieder ins Gespräch gebracht, sondern nur irgendwie weiter machen wollen, dann, ehrlich gesagt, hätte sich von uns keiner mehr bemüht." Das sagte gestern Martin Baumann vom harten Kern der SYLS AG, der Rheinischen Post. Nach einem ersten Treffen des Teams, gleich nach Lektüre des RP-Artikels "Stadt will SYLS zurück", steht nun fest: Fünf des ursprünglich zehnköpfigen Teams sind definitiv raus, ihr Ärger über die Stadt ist offenbar zu groß. Die anderen fünf aber, zu denen Baumann zählt, würden die Organisation wieder aufnehmen: "Aber nur, wenn die Stadt uns konzeptionell und planerisch alle Freiheiten lässt."
Nichts aufdrücken lassen
Martin Baumann bestätigte gestern die Erklärung von Jugendamtsleiter Muschik, wie es zum Zerwürfnis zwischen SYLS AG und Stadt und damit zum Scheitern der Jugend-DIN-Tage am vergangenen Wochenende kam: Demnach schwebte der Stadt in der Tat ein auf die Kulturhauptstadt Ruhr.2010 zugeschnittenes SYLS-Festival vor, das heißt bestückt mit Bands aus Dinslakens Partnerstädten. Die Organisation sollte das SYLS-Team übernehmen.
"Diese Planung lag in der Stadtverwaltung seit 2008 vor. Wir wurden aber erst 2009 informiert und bekamen gesagt: Entweder ihr macht das so, oder ihr lasst es sein", berichtete Baumann und fügte hinzu: "Wir wollten uns nichts aufdrücken und nicht vor den Karren spannen lassen. Also sind wir ausgestiegen." Unverständnis und Enttäuschung waren umso größer, als die SYLS-Truppe vor Jahren auf Bitten der Stadt die Initiative für das zweitägige Open Air innerhalb der Jugend-DIN-Tage übernahm. Den Konzerten drohte das Aus, weil der Stadt das Geld fehlte. Damals entstand die Idee eines Festivals aus der Szene für die Szene mit großer musikalischer Vielfalt. SYLS steht für "Support Your Local Scene", was übersetzt bedeutet: "Unterstütze deine lokale Szene."
An eine Rückkehr glaubten die SYLS-Leute, die alle in der Dinslakener Musik- und Jugendszene verwurzelt sind, nicht. Nach dem Friedensangebot aus dem Rathaus aber "haben wir untereinander viel telefoniert. Und viele Jugendliche und Musiker haben uns gebeten, die Organisation wieder zu übernehmen. Über die vergangenen Jugend-DIN-Tagen hatten sie sich vorher nur beklagt", sagte Martin Baumann.
Die Motivation der SYLS-Leute beschrieb der Musiker der Band "Trustgod Simon" und Leiter des ND-Jugendzentrums so: "Die Konzerte sind gut für die Jugendkultur und die Bands. Deshalb überwiegt bei uns die Lust den Frust."
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