Dinslaken: Tanz der Waldfeen
VON LENA STEEG - zuletzt aktualisiert: 20.02.2009Dinslaken (RPO). Trotz Schneeregen und frösteligen Temperaturen feierten die Dinslakener Möhnen die traditionelle Weiberfastnacht auf dem Altmarkt. In ausgefallenen Kostümen hielten sie sich mit Schunkeln und Singen warm.
Bei Molly im Partykeller wurde kräftig gewerkelt. Fünf Stunden saßen die Hiesfelderin und ihre Freundinnen an der Fertigung der diesjährigen Mottokostüme für die traditionelle Weiberfastnacht auf dem Dinslakener Marktplatz. Die Frage, ob sie als bepflanzte Regentonnen gehen, kommt daher nur mäßig gut an. "Wir sind Waldfeen. Oder Waldgeister, so was in der Richtung halt", stellt Angelika Bünger, genannt Molly, klar. "So was in der Richtung" hatte man aber doch auch vermutet.
Prall gefüllter Bollerwagen
Wie bei vielen selbst gemachten Kostümen gilt eben auch hier: Wenn man weiß, was es ist, erkennt man es auch. Hübsch und aufwändig ist die Kostümierung der achtköpfigen Möhnentruppe jedenfalls so oder so. Die zurecht geschnibbelten Laubsäcke haben die Damen liebevoll mit Plastikblumen und Efeuranken verziert und sich außerdem perfekt für den ereignisreichen und kräftezehrenden Weiberfastnachtsnachmittag präpariert. Ein noch immer recht prall gefüllter Bollerwagen, ebenfalls bunt begrünt, beherbergt alles, was die feiernden Möhnen für ihren Bützchen-Marathon brauchen: Brezeln, selbstgemacht Bulle Bäusken, Glühwein und allerhand andere wärmende Getränke.
Wetterfest
Nachdem im vergangenen Jahr wegen Regen und Sturm viele Showacts Probleme mit ihrem Auftritt bekamen, hatten die Veranstalter in diesem Jahr vorgebaut. Mit einem halb überdachten Bühnentruck stand den Auftritten nichts im Weg.
Mallorca-Stimmung trotz Schnee
Auf der Bühne steppt derweil der Bär. In diesem Fall ist das Markus Florin. Der Schlagersänger, der schon in "Oberbayern" am mallorcinischen Ballermann die feiernde Meute zum Tanzen und Mitsingen brachte, erledigt diesen Job trotz Dinslakener Schmuddelwetter auch hier zur allgemeinen Zufriedenheit. "Dich hat der Teufel geschickt" und "Mit Dir träumen" summt und singt es aus allen Ecken, obwohl der Himmel seit geraumer Zeit seine Schleusen geöffnet hat und auf den Altmarkt schneeregnet.
Alles kein Problem
"Alles kein Problem für uns", meint Andrea Barczewski. Wie in den vergangenen fünf Jahren ist sie mit ihren Freundinnen pünktlich zum Anpfiff für die Möhnen um 13 Uhr auf dem Altmarkt unterwegs und widersetzt sich tapfer jedweden Wetterquerelen. Als Fußballfeld, Mexikaner oder Schneemann verkleidet.
Es gibt eben kein schlechtes Wetter, sondern nur die falschen Kostüme. Diesen Ratschlag haben sich viele Feiernde zu Herzen genommen.
Wattierte Gänseblümchen
Der Großteil der Möhnen schunkelt sich entweder sicher behütet (Hexen) oder in dicken Plüschkostümen (Kühe, Schweine, wattierte Gänseblümchen) über den Altmarkt.
Egon van Lierop, Präsident des ersten Dinslakener Narrenkomitees, jedenfalls ist hoch erfreut. "So viel Trubel, trotz des vergleichsweise schlechten Wetters, hatten wir in den vergangenen Jahren nicht. Und der Großteil ist sogar kostümiert. Die Dinslakener Möhnen lassen sich ihren Karnevalsspaß eben durch nichts und niemanden verderben."
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