Voerde: Trudi Reske hilft Kranken in Nepal
VON RALF SCHREINER - zuletzt aktualisiert: 25.10.2011Voerde (RP). Seit zwölf Jahren engagiert sich Trudi Reske für ein Krankenhaus in Nepal. Dort leistet die 63-jährige Voerderin Hilfe zur Selbsthilfe. Um dorthin reisen und mit anpacken zu können, verkauft sie auf dem Spellener Bauernmarkt selbst gemachte Marmeladen und sammelt Spenden.
Mitmachen
Vorschlagen Schreiben Sie uns per Postkarte oder im Internet, wen Sie für die Aktion vorschlagen möchten (gern mit Foto): Redaktion Dinslaken, Klosterstraße 26, 46535 Dinslaken oder www.rp-online.de/UnsereBestenDinslaken
Abstimmen Bis zum 27. Oktober stellen wir Ihnen in der Zeitung und im Internet 20 Personen vor, die wir mit den Kennziffern 01 bis 20 kennzeichnen. Voten Sie im Netz oder per Telefon für Ihren Favoriten: Tel. 01379 88 0 211 - 01 bis 20*.
Die letzten beiden Ziffern richten sich nach der Kennziffer der Person, für die Sie voten möchten (*50 Cent/Anruf aus dem dt. Festnetz, ggf. abweichende Preise aus dem Mobilfunk).
Trudi Reske hat die Endziffer 18.
Das "Sushma Koirala" Memorial Hospital in Sankhu, nahe der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu, wird von Deutschen geführt. 1996 wurde es als Projekt des gemeinnützigen Vereins "Interplast Germany" in Kooperation mit dem nepalesischen Partner "Sushma Koirala Memorial Trust" gegründet und 1997 in Betrieb genommen. Es trägt sich fast ausschließlich aus privaten Geld- und Sachspenden, überwiegend aus Deutschland, und durch den ehrenamtlichen Einsatz vieler engagierter Ärzte und Helfer.
Ofenbaukurse
Trudi Reske hilft dem Krankenhaus seit gut zwölf Jahren. Immer wieder reist sie für mehrere Wochen nach Nepal, wo es so viel zu tun, gibt, dass "mir die Zeit wie Sand durch die Finger rinnt", wie sie sagt. Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten werden in Sankhu kostenfrei behandelt. Auch Patienten mit Verbrennungen, ihre Zahl reißt nicht ab.
Bei einem Einkommen von einem Euro am Tag kann sich kaum jemand einen Ofen leisten, der zwischen und sieben und acht Euro kostet. Immer wieder kommt es zu Unfällen mit dem Feuer oder zu Verpuffungen bei der Arbeit mit Spirituskochern. Das Resultat: Verbrennungen im Gesicht, an den Armen und am Hals. "Daher ist es besonders wichtig, die Patienten auf die neuen Öfen aufmerksam zu machen", erklärt Trudi Reske.
Auf Initiative des Hospitals finden Ofenbaukurse statt, in denen mehrere Öfen bei den Ärmsten der Armen errichtet werden. Für die Menschen heißt das: rauchfreie Küche, weniger Holz und schnelles Kochen. Viele Frauen leiden durch den Rauch unter Lungen- und Herzproblemen. "Jeder gespendete Euro ist deshalb gut angelegtes Geld", weiß die Voerderin. Das habe die Vergangenheit gezeigt. Dank der Großzügigkeit auch vieler Menschen aus Voerde, Dinslaken und Hünxe konnten inzwischen mehrere Beinprothesen angefertigt werden.
Hygiene
Auch Hygiene ist ein Thema. Seit Trudi Reskes erstem Besuch ist, dank Spenden aus Deutschland, viel passiert. Aus sechs Krankenhausbetten wurden gut 40. Statt die Bettwäsche im Fluss zu waschen, sorgt jetzt eine Filteranlage für hygienischen Fortschritt. Es sind nicht nur die großen Dinge, die den Menschen in Sankhu helfen.
Auch kleine Gesten, Gespräche, gutes Zureden und Spiele, mit denen die Voerderin dafür sorgt, dass den kleinen Patienten die Zeit nicht zu lang wird, sind wichtig. Als sie im vergangenen Jahr nach Nepal reiste, hatte Trudi Reske auch etwas Seifenwasser im Gepäck, mit dem sie mit den Kindern im Hospital Seifenblasen machte.
"Wir hatten auch ältere Patienten da, die noch nie in ihrem Leben eine Seifenblase gesehen hatten. So kann man den Menschen mit wenigen Cent eine Freude machen." Die Voerderin weiß, dass ihre Hilfe in Nepal nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist und dass die Lebensverhältnisse der Menschen dort erschreckend bleiben. Dennoch hält sie ihr Projekt für sinnvoll. "Die Menschen haben dann wenigstens die Chance, ihr Leben zu meistern."
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