Dinslaken: Uneinigkeit bei den Grünen
VON STEFFEN PENZEL - zuletzt aktualisiert: 21.08.2008Dinslaken (RPO). Eigentlich wollte sich Birgit Emmerich im Theatertreff der Stadthalle nur vorstellen, wollte etwas über ihren Werdegang und ihre Person erzählen. Und wollte im Groben erklären, welche Themen sie als mögliche Bürgermeisterkandidatin der Grünen auf ihrer Agenda hat.
Von Wahlkampf, machte sie deutlich, könne noch gar keine Rede sein. Und ein Großteil der 50 Interessierten, die sich im Theatertreff eingefunden hatten, sahen das genauso und lauschten interessiert, was die Geologin und Mediatorin, die nicht im Besitz des grünen Parteibuchs ist, da zu erzählen hatte.
Emmerich machte klar, dass ihre Themen „eindeutig grüne Themen“ seien. Mit drei Kernthemen will sie, so denn die Mitgliederversammlung der Dinslakener Grünen sich im Oktober für sie entscheiden sollte, in den Wahlkampf ziehen. „Eine stärkere Bürgerbeteiligung, die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Dinslaken mit besonderem Blick auf Lohberg und die Konzentration auf einen umweltschonenden Energiemix in Partnerschaft mit den Stadtwerken liegen mir besonders am Herzen“, betonte Birgit Emmerich. Alles Themen, die sie nach dem Weggang von Sabine Weiss, der jetzigen Bürgermeisterin, in Gefahr sehen würde.
Mutmacher Lothar Mittag
Um zu unterstreichen, dass eine grüne Bürgermeisterin keine Utopie ist, hatte der Grünen-Vorstand Lothar Mittag mit ins Boot geholt. Der plauderte eine gute halbe Stunde über den Wahlkampf, den seine Grünen 1999 „im tiefschwarzen Rhede“ geführt hatten und an dessen Ende er sich auf dem Posten des Bürgermeisters, den er auch heute noch inne hat, wiedergefunden hätte. „Ich bin mir sicher, dass eine grüne Bürgermeisterkandidatin für Dinslaken das Richtige ist und dass Birgit Emmerich gute Chancen hat.“ Es sei „gut und richtig“, so auch der Tenor im Theatertreff, dass – gerade angesichts der „ungeliebten Alternativen“ – die Grünen eine eigene Kandidatin ins Rennen um den Posten an der Verwaltungsspitze schicken würden. „Das ist eine gute Chance, uns wieder ins Gespräch zu bringen und Profil zu gewinnen“, so ein Zuruf aus dem Publikum.
Es gab aber auch eine Reihe Grüner, die waren gar nicht glücklich, dass sich das Vorstands-Trio für eine eigene Bürgermeisterkandidatin entschieden hat – und diese auch schon der Öffentlichkeit vorstellte. Für Prof. Dieter Oelschlägel war die Vorstellung von Emmerich eine reine „Showveranstaltung“. „Wir hätten uns gewünscht, dass zuerst die Mitgliederversammlung die Möglichkeit gehabt hätte, über eine mögliche Kandidatin zu entscheiden“, ärgerte sich der Fraktionsvorsitzende.
Sachwahlkampf bevorzugt
Zusammen mit einer Reihe Fraktionsmitglieder sei er der Meinung, man solle auf eine eigene Kandidatin verzichten. „Wir wären gut beraten, einen Sachwahlkampf zu führen und sollten – wie schon 1999 – lieber Bündnisse schmieden und einen anderen, geeigneten Kandidaten unterstützen.“
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