Dinslaken: Van Doornick: „Wir kriegen das hin!“
zuletzt aktualisiert: 17.12.2008Dinslaken (RPO). „Wir müssen jetzt eine Menge Trauerarbeit leisten.“ Willi Tenhonsel, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes, ahnte schon vor der Pfarrversammlung am Abend, dass dasneue Liegenschaftskonzept „einschlagen würde wie ein Bombe“. Er weiß selbst am besten, wie es sich anfühlt, wenn ein Gotteshaus, in und mit dem ein Mensch groß geworden ist, plötzlich dem Erdboden gleich gemacht werden soll. Tenhonsel hat in der Heilig-Blut-Kirche seine drei Kinder taufen lassen, zur Kommunion und zur Firmung gehen sehen, hat dort Silberhochzeit und die Goldene seiner Schwiegereltern gefeiert. „Da tut es weh, eine solche Entscheidung zu treffen.“ Nächstes Jahr im Juni werde es wohl wieder einen „Trauerzug“ durch Dinslaken geben, sagte er und erinnerte damit an den Abschied der evangelischen Christen vor zwei Jahren von der Christuskirche an der Saarstraße.
Hoffnungsfrohe Signale kamen von Pastor Theo van Doornick. So schmerzhaft die Umsetzung des neuen Konzepts für viele Pfarrangehörige sein werde, sie berge auch Chancen, erklärte der Geistliche. Gehe es doch hier nicht nur um ein Liegenschafts-, sondern auch ein Seelsorgekonzept. Das sehe vor, dass in den drei Filialbereichen der Kirchengemeinde Sankt Vincentius die Möglichkeiten zu Begegnungen vor Ort erhalten bleiben.
Von dem, was die Gemeinde in den kommenden Jahren stemmen müsse, erwartet van Doornick Impulse für die Zukunft. Das Kleeblatt Sankt Vincentius, Sankt Johannes und Heilig Blut könne durch diesen Schritt weiter zusammenwachsen und dabei stärker werden. „Die Gebäude sind wichtig, aber nicht entscheidend. Was eine Gemeinde ausmacht, sind die Menschen die sich dort engagieren“, betonte der Pastor.
Kein Drehbuch
Für den Umbau, der nun anstehe, gebe es zwar kein Drehbuch, aber einen guten Plan. „Wenn wir in fünf Jahren sagen könne, wir haben es geschafft, dann haben sich die Anstrengungen gelohnt. Ich bin überzeugt, wir kriegen das hin.“
Haushaltsausgleich
Vor drei Jahren hatte die katholische Kirchengemeinde Sankt Vincentius noch 10 500 Mitglieder, mittlerweile sind es nur noch 10 000, Tendenz sinkend.
Ziel des neuen Liegenschaftskonzepts ist eine nachhaltige Senkungen der Betriebs- und Unterhaltungskosten, um langfristig einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen.
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