Voerde: Verliebt in Irland
VON LENA STEEG - zuletzt aktualisiert: 18.03.2008Voerde (RPO). Die grüne Insel hat viele Liebhaber. Egon van Lierop zählt dazu. Wie tief er sich mit Irland verbunden fühlt, zeigt sein Hörbuch, das er jetzt in der evangelischen Kirche Möllen präsentierte.
Egon van Lierop hat sich in Irland verliebt. Das ist schon lange her, über 30 Jahre sogar, doch immer noch zieht ihn das Land der tausend Schafe mit seiner herben Natur magisch an. Und wie das eben so ist, mit der Liebsten, man will sie gerne herum zeigen, allen ihre Vorteile gewahr machen und darauf hoffen, dass noch mehr Menschen ihr Herz an sie verlieren. Aus eben diesem Grund lud Egon van Lierop am vergangenen Sonntag in die Evangelisch Kirche Möllen zu einem Lese- und Liederabend. „Irland, Fenster zu meiner Seele“ heißt sein gerade erst vollendetes Hörbuch, das nicht nur seine Gedanken zur grünen Land in kleine Geschichten und persönliche Anekdoten fasst, sondern auch mit selbst gesungenen Liedern dem Hörer ein Stück seiner zweiten Heimat ins Wohnzimmer zu bringen verspricht.
Lyrisches und Lieder
Egon van Lierop verbindet mehr mit Irland mehr als einen Urlaub. In zahlreichen Sommerfreizeiten und Workcamps hat er in den vergangenen Jahren mehr als 300 Jugendlichen das Land, seine Einwohner und „das irische Lebensgefühl“ näher gebracht. Während seines letzten Aufenthalts schrieb er die Texte und Lieder für sein Hörbuch. Ralf Veith komponierte die passende Musik dazu.
„Es ist schön, dass heute Abend so viele Freunde gekommen sind, denn solch persönliche Erfahrungen teilt man ja weiß Gott nicht mit jedem“, überraschte van Lierop direkt zu Anfang jedoch die Zuhörer, die sich nicht zu seinem engeren Bekanntenkreis zählen. Denn ein Hör- ist ja kein Tagebuch und verfolgt doch eigentlich den Sinn, es jedem zugänglich zu machen. Trotzdem legte der 60-Jährige dann da los, wo dereinst alles begonnen hatte: In den siebziger Jahren: „Die Luft riecht nach Frühling und schmeckt nach Erkundung“, dachte sich van Lierop damals und spricht es heute. Erkundet hat er aber nicht nur die Natur: auch die Pubs, die gespaltenen Städte, den Irish Dance – all das hat sein Verhältnis zu Irland geprägt, und so fasst er es in Worte und Bilder, in ein multimediales Erinnerungsalbum, sozusagen.
Nur verhält es sich mit detaillierten Urlaubserinnerungen eben ähnlich wie mit Irischen Biersorten: Man mag sie oder man mag sie nicht. Es macht durchaus Freude, dem 60-Jährigen beim selbst versunkenen Memorieren zuzusehen („wir gehen nach links, die steile Straße hoch, dann rechts ins Pub“), nur kann man eben schlecht mitmachen und sagen darf man auch nichts (es ist ja ein Vortrag) und so verlassen einige der Zuhörer, die wohl nicht zum engeren Freundeskreis gehören, dann doch vorzeitig die Vorstellung.
Theorien darüber, dass deutsche Männer höchstens beim Karneval oder unter der Dusche singen, während ihre irischen Geschlechtsgenossen da viel freier wären, stoßen nicht bei Jedermann auf Zustimmung.
Liebe bleibt Geschmacksache
Dass Irland ein Fenster zu Egon van Lierops Seele geöffnet hat, steht außer Frage und sei ihm gegönnt. Ob er mit seinem Hörbuch auch das Seelentor anderer Menschen aufzutun im Stande ist, bleibt abzuwarten. Und ist höchstwahrscheinlich, ebenso wie die Auswahl der Liebsten, reine Geschmacksache.
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