Dinslaken: Verständnis für Blitz-Marathon
VON HENDRIK GAASTERLAND - zuletzt aktualisiert: 09.02.2012Dinslaken (RP). Am Freitag führt die Polizei verschärft Geschwindigkeitskontrollen im gesamten Kreis Wesel durch. Bei einer Umfrage zeigen viele Autofahrer jedoch Verständnis für die Aktion, die über 24 Stunden geht.
dinslaken/Voerde/Hünxe Nur wenige bezeichnen es als Abzocke, die meisten zeigen vollstes Verständnis. Der vom Landesinnenminister ausgerufene Blitz-Marathon gegen Raser spaltet die Meinungen der Autofahrer. Für die heißt es am Freitag "Fuß runter vom Gas", wenn die Polizei ab 6 Uhr verschärfte Geschwindigkeitskontrollen im gesamten Kreis Wesel durchführt. In Dinslaken sind die Karl-Heinz-Klingen-Straße, die Heerstraße und Bergerstraße betroffen, in Voerde die Frankfurter Straße und in Hünxe die Dinslakener Straße.
Aus der Zeitung gewarnt
Bis ihn die Rheinische Post bei ihrer Umfrage darauf ansprach, war Alexander Tetzlaw die Aktion der Polizei noch unbekannt. Den Dinslakener stört der Blitz-Marathon aber auch nicht, denn er hält Kontrollen und eine dem Tempolimit angemessene Fahrweise für richtig. "Dafür sind Gesetze nun einmal da. Wer zu schnell fährt, der muss damit rechnen, von der Polizei erwischt zu werden", sagt Tetzlaw. Er selbst wurde von den Beamten auch schon einmal angehalten: "Ich werde ein- oder zweimal im Jahr geblitzt. Wenn man zum Beispiel von den Kindern hinten abgelenkt wird, kann man ein Verkehrsschild schon einmal übersehen. So etwas passiert manchmal."
Hintergrund
Die Polizei führt die massive Kontrollaktion durch, da die Unfallzahlen erschreckend gestiegen sind. Im Kreis Wesel ging der Trend ebenfalls nach oben. Im vergangenen Jahr kamen bei 22 Unglücken 23 Menschen ums Leben. Beim Blitz-Marathon werden mehrere Dutzend Beamte in drei Schichten im Einsatz sein.
Während Hanna Nowak ebenfalls noch nichts von den verschärften Kontrollen am Freitag hörte, aber ihrem Mann sofort davon berichten will, damit der nicht in die Falle tappt, erfuhr Nina Nowak bereits aus der Zeitung vom Blitz-Marathon. Eigentlich würde sie immer den Vorschriften entsprechend fahren, aber für Freitag nimmt sie sich vor, besonders aufmerksam zu sein. Die Dinslakenerin hat auch keine Einwände gegen generelle Kontrollen, doch die Aktion am Freitag findet sie überflüssig: "Man sollte sie machen, wenn keiner davon weiß. Jetzt sind viele Fahrer ja schon aus der Zeitung gewarnt."
Denise Schauenburg wäre als Unwissende eventuell mit zu hoher Geschwindigkeit von der Polizei angehalten worden, doch da sie meist nur kurze Wege zu fahren hat, fürchtet sie den Blitz-Marathon nicht. Auch Björn Klein hat nichts gegen die Aktion, innerhalb geschlossener Ortschaften zu kontrollieren, weil ihm die Lieblingsplätze der Polizei ohnehin bekannt sind. "Ich finde es viel schlimmer, wenn auf der A 59 das Schild mit 80 Stundenkilometern kommt und direkt dahinter wird schon geblitzt. Das ist eine Sauerei."
Ein Fahrer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, meint: "Ich fahre eigentlich immer vorsichtig, weil ich Kinder habe. Aber das Ganze ist reine Abzocke."
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