Voerde: VKV kürt 29 Ehrensenatoren
VON MATTHIAS KNAUER - zuletzt aktualisiert: 16.11.2009Voerde (RPO). Jedes Jahr ist das Rätselraten groß. Mit der offiziellen Sessionseröffnung des ersten Voerder Karnevalsvereins (VKV) küren die Narren traditionell einen neuen Ehrensenator. In diesem Jahr gibt es allerdings gleich 29 Ehrensenatoren – die Thekenturner aus Spellen.
Der Jubel war am Samstag im Vereinslokal "Zur Kutsche" bei den Thekenturnern groß. Bis zum Schluss war es gelungen, die Ernennung geheim zu halten. Stellvertretend für alle reichte der scheidende Ehrensenator Ludger Ernsting die Senatorenkette an Thekenturner-Alterspräsident Heinz Altenhoff weiter. Auch Egon Bachtrup, Vorsitzender der Thekenturner, versprach, "dass wir mit dem Amt entsprechend umgehen werden".
Mit dem Motto der Session "Voerde und Kultur, ist Karneval pur!" will der Verein bewusst auf das Kulturhauptstadtjahr 2010 anspielen und die Thekenturner als lokale Helden auszeichnen. Stefan Schmitz erinnerte daran, dass die Keimzelle des Voerder Karnevals schließlich in Spellen liegt. Bereits 1948 hat es dort erste karnevalistische Veranstaltungen gegeben. Neben dem offiziellen Teil des Abend nutzten die Voerder Jecken den Abend aber vor allem, um sich auf die Karnevalszeit einzustimmen. Engel Hettwich, der "Jumbo unter den Engeln", berichtete von ihrer Karriere als "Petrus' Next Topengel". Und gestand, dass das Schönste an ihrem Diät-Fitnessprogramm die Pausen sind. Die jüngste Tanzgarde des VKVs, die Funkies, zeigten ihr Können und beeindruckten durch eine tolle Darbietung. "Dat Fimännchen" rechnete in seiner Büttenrede knallhart mit der Bundespolitik ab und versuchte das Flechtwerk der politischen Verbindungen zu entwirren, vergeblich, machte sich gekonnt über die steigende Anzahl englischer Begriffe in der deutschen Sprache lustig und sang ein Loblieb auf die Raucherclubs. Bestens gelaunt hatten die Oedingsche Jongens dann leichtes Spiel mit den Jecken im ausverkauften Saal. Nach "Wenn nicht jetzt, wann dann" und "Die kleine Kneipe" waren die Voerder nicht mehr zu halten. Eine Polonaise wand sich unaufhaltsam durch den Saal, es wurde getanzt, gelacht und gesungen. Die Stühle und Tische hätte man getrost wegräumen können, denn niemanden hielt es mehr auf dem eigenen Sitzplatz. Auch nach der zweiten Zugabe wollten die Narren die Band aus Krefeld gar nicht mehr gehen lassen. Der Virus Karneval ist nun auch in Voerde freigesetzt.
Laudator
Die Laudatio auf die neuen Ehrensenatoren hielt der stellvertretende Bürgermeister Heinz Boss. Gekonnt wusste er es, die Spannung aufrecht zu erhalten.
Umso größer war die Überraschung dann bei den Spellener Würdenträgern. Mit viel Applaus honorierten die anderen Besucher die Wahl des VKVs.
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