Voerde: Vorsicht vor Kanalhaien
VON HEINZ SCHILD - zuletzt aktualisiert: 09.07.2010Voerde (RPO). Undichte Abwasserleitungen können den Boden und das Grundwasser verschmutzen. Damit dies nicht geschieht, müssen Hauseigentümer nachweisen, dass ihre privaten Schmutzwasserleitungen dicht sind.
Ansprechpartner
Ansprechpartner für Fragen und Probleme in Zusammenhang mit der Dichtheitsprüfung sind beim Kommunalbetrieb Voerde
Abteilung Tiefbau: Dieter Grootens, Tel. 02855 80-432; Tibor Esztegar, Tel. 02855 80-426;
Olfaf Oschek, Tel. 02855 80-424. Abteilung Baubetrieb: B. Moschüring, Tel. 02855 80-709.
"Vorsicht vor Haustürgeschäften", warnt Bürgermeister Leonhard Spitzer. Denn auch in Voerde sind Scharlatane unterwegs, die Hausbesitzern ihre Dienste bei der Überprüfung der Dichtheit der privaten Abwasserleitungen anbieten und auch notwendige Sanierungsarbeiten übernehmen. Doch sind der Verwaltung Fälle bekannt, dass diese Schwarzen Schafe, die auch Kanalhaie genannt werden, auf ein schnelles Geschäft aus sind und manchmal Wucherpreise verlagen.
Experte stellt Nachweis aus
Nach dem Landeswassergesetz ist jeder Grundstückseigentümer verpflichtet, alle seine im Erdreich verlegten Abwasserleitungen bis Ende 2015 auf Dichtheit prüfen zu lassen. Befindet sich das Gebäude in einer Wasserschutzzone, so gilt eine kürzere Frist. Dadurch soll verhindert werden, dass durch undichte Leitungen der Boden und das Grundwasser verschmutzt werden. Diese Dichtheitsprüfung muss alle 20 Jahre wiederholt werden. Sie ist von einem Sachkundigen durchzuführen, der darüber auch eine Bescheinigung ausstellt. Die Prüfung kostet erfahrungsgemäß zwischen 300 und 600 Euro, die Untersuchung stark verzweigter Netze kann allerdings teuerer sein. Der von dem Experten ausgestellte Nachweis enthält bei festgestellten Mängeln eine Auflistung der Schäden, Sanierungsvorschläge und eine Kostenschätzung. Im Voerder Stadtgebiet sind zwei zertifizierte Sachkundige ansässig.
Der Voerder Betriebsausschuss hat bereits beschlossen, ein so genanntes Frendwasserkonzept aufzustellen, auf dessen Grundlage für Teilgebiete der Stadt unterschiedliche Fristen festgelegt werden. Im Internet sollen die rund 8000 betroffenen Eigentümer demnächst anhand einer Karte sehen können, wann sie den Dichtheitsnachweis spätestens erbracht haben müssen, wie Beigeordneter Wilfried Limke erläuterte. Der Kommunalbetrieb Voerde (KBV) steht den Bürgern für Auskünfte zur Verfügung. Dort gibt es auch Informationen zu bestehenden Fördermöglichkeiten.
Von der Stadt Voerde wurde bereits ein Flyer verteilt, der Informationen für Hauseigentümer über private Abwasserleitungen und die gesetzliche Vorschriften enthält. Im kommenden Jahr, so sehen es die bisherigen Planungen vor, sollen von der Kommune gebietsbezogene Informationsveranstaltungen zur Dichtheits-Problematik durchgeführt werden.
Listen der Sachkundigen erstellt
Inzwischen haben sich verschiedene Kommunen zum Kommunalen Netzwerk Grundstücksentwässerung (KomNetGEW) zusammengeschlossen, dessen Ziel es ist, bürgerfreundliche Lösungen im Umgang mit den Landeswassergesetz anzubieten. So wurde ein unabhängiges Verfahren zur Zertifizierung der Sachkundigen entwickelt. Zudem sind Empfehlungslisten zu Sachkundigen und Sanierungsfirmen aufgestellt worden. Auch das Landesumweltamt hat inzwischen eine Liste der Sachkunden aufgestellt. Die Listen sind im Internet abrufbar unter:
www.lanuv.nrw.de/wasser/abwasser/dichtheit.htm
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